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Analphabetismus in Deutschland: Statistiken und Problemlösung

Autor: Carsten
abgelegt in: Bildungspolitik

Analphabetismus in Deutschland ist leider immer noch keine Seltenheit, und weiterhin halten Scham und Angst viele Menschen davon ab, sich zu offenbaren und Hilfe zu suchen.

Doch auch die Politik ist gegen den Analphabetismus in Deutschland offenbar noch immer machtlos – Oder schlichtweg nicht daran interessiert, diesen Missstand zu ändern. Denn das die deutsche Bildungspolitik zu wünschen übrig lässt, ist nichts Neues. Statt konkreter und sinnvoller Reformen bleibt es oft bei ungenauen Phrasen, die zwar ein Umdenken ankündigen, ihr großes Ziel bisher aber nicht erreichen konnten. Doch auch die Eigeninitiative der Betroffenen ist gefordert, denn Angebote können nur dann etwas bewirken, wenn sie auch angenommen und genutzt werden.

Analphabetismus in Deutschland: Erschreckende Zahlen

Nach aktuellen Erhebungen der Universität Hamburg leben in Deutschland mindestens 7,5 Millionen funktionale Analphabeten, welche die deutsche Schriftsprache im Alltag nicht so nutzen können, wie es ihre Funktion vorsieht. Das ist fast jeder Zehnte in der Gesamtbevölkerung, und über 60 Prozent von ihnen sind Männer. Sie können zwar Buchstaben lesen und einfache Wörter schreiben, komplexere Sätze jedoch nur mit Mühe erfassen oder schriftlich festhalten, und für nicht ganz ein Viertel dieser Betroffenen bleiben selbst die Grundlagen ein Rätsel.

Und in dieser Statistik der noch nicht ganz abgeschlossenen „Leo. Level-One Studie“ sind Immigranten, die der deutschen Sprache bisher nicht mächtig sind, noch gar nicht berücksichtigt. Wie hoch die tatsächliche Zahl der funktionalen Analphabeten unter der gesamten Bevölkerung in Deutschland ist, mag man sich daher gar nicht ausmalen – Was jedoch auch daran liegt, dass die Begriffsdefinition noch immer eher schwammig ist. Weitere geplante Studien sollen hier Abhilfe schaffen und in Zukunft ein genaues Bild von der Bildungslage in Deutschland malen.

Aktiv werden gegen Analphabetismus in Deutschland

Ein Umdenken in der Politik ist hier unbedingt gefragt, zumal Deutschland mit seinen Ausgaben für den Bildungssektor noch immer weit hinter anderen europäischen Ländern hinterherhinkt. Die Förderung des Lese- und Schreibvermögens muss frühest möglich geschehen, die Grundlagen dafür sollten bereits im Kindergartenalter gelegt werden. Hier sind Kitas und andere Betreuungseinrichtungen ebenso gefragt wie Eltern. Denn die Eigenverantwortung der Deutschen spielt bei im Kampf gegen den Analphabetismus eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie das Schaffen von Lernprogrammen.

Gleichzeitig müssen Lösungen her für Diejenigen, die das Schulalter bereits hinter sich gelassen haben. Denn Schulreformen helfen zwar künftigen Generationen, ändern aber nichts an der Situation erwachsener Analphabeten. Deutschen und Immigranten müssen Anreize geschaffen werden, damit sie die angebotenen Kurse auch wahrnehmen und überhaupt motiviert sind, sich fortzubilden. Denn nur wer lernen möchte, dem kann auch geholfen werden.


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