Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat ergeben, dass Risikoschüler in Deutschland, also Schüler, die in einem Alter von 15 Jahren gerade mal über die Sprach- und Rechenkenntnisse eines Grundschülers verfügen, den Staat über acht Jahrzehnte hoch gerechnet bis zu 2.800.000.000.000 Euro einbußen lassen könnten.
Risikoschüler, damit sind Kinder gemeint, die nach Maßstäben der Pisa Studie mit 15 Jahren nur schlecht oder kaum lesen und schreiben können und damit so schlecht ausgebildet sind, dass sie keine Ausbildung nach der Schule aufnehmen können. Das sind in Deutschland immerhin 20% der 15 Jährigen, die man hauptsächlich an Haupt- und Gesamtschulen findet. Hier liegen die Ergebnisse in der Schulbildung so schlecht, dass ca. die Hälfte bis drei Viertel der Schüler nachdem sie die Hauptschule verlassen, kaum berufliche, gesellschaftliche und kulturelle Handlungsfähigkeiten besitzen. weiterlesen »
Schule macht den meisten Kindern irgendwie so gar keinen Spaß. Besonders im Sommer, wo es viel spannender wäre, in der Eisdiele zu sitzen, zu rauchen und dem hübschen Kellner nachzuschauen und so generell über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu plaudern: Jungs, Mädchen und ausgetauschte Zärtlichkeiten.
Und für so einen sonnigen Nachmittag wird auch schon mal die Schule geschwänzt. Finden Eltern natürlich nicht so gut, Lehrer schon mal gar nicht. Aber was man nicht weiß, das macht ja bekanntlich auch nicht heiß. Und mal ganz ehrlich mit Hand auf´s Herz: Haben Sie nicht auch schon mal die Schule geschwänzt? Ich kann mich erinnern, viele oben beschriebene Nachmittage mit meiner besten Freundin verbracht zu haben. Wir haben Eis gegessen und Kaffee getrunken. Ich kann Ihnen sagen, das waren wirklich herrliche Nachmittage
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Im letzten Artikel ging ich ja schon über die berühmten “Spätzünder” in der Schule ein. Und deshalb schreibe ich heute nochmal über das Sitzenbleiben, das derzeit ja in aller Munde zerkaut wird.
Die obligatorische Ehrenrunde. Sie wird mit einem Lächeln in Kauf genommen, man klopft dem Sprössling auf die Schulter: Jaja, der Papa hat das auch hinter sich, in der Neunten, damals. Einmal sitzenbleiben ist irgendwie kaum ein Problem, das kann ja mal passieren. So nicht in Hamburg. Derzeit werden wieder verschärft Reformen losgetreten, die das Sitzenbleiben verhindern und die spezielle, individuelle Förderung stärken sollen. Sitzenbleiben wird aufgetunet, bekommt ein neues Image: Weg mit der Verharmlosung, her mit der Verteufelung. Über Hamburg schreibt übrigens auch dieser Blog.
Warum? Weil wir alle keine Zeit mehr haben. Alles muss jetzt flott gehen, bitteschön. Die Einführung des Bachelor-Studiums hat den Studenten das Leben schwer gemacht, es wird geschwitzt und geackert, anstatt herum gefläzt und gefeiert. Das straffe Programm sorgt in der Regel für schnelle Karriere. Kluge Köpfe braucht das Land. Und weil das ja im Studium so gut funktioniert, wird das Anziehen der Zügel wohl auch in der Schule helfen. Bestimmt. weiterlesen »
Schüler motivieren und animieren, sich in der Schule zu engagieren, einzubringen und fleißiger zu werden. Manchmal hilft das alles aber nichts, da müssen dann auch die Eltern ,,ran”. Doch wie macht ,,man” das am Besten?
Ein waghalsiges Projekt steht deshalb derzeit im Vordergrund: Eltern sollen erzogen werden. Diese, die sich nicht kümmern, ihr Kind im Bett liegen lassen, keine Schulbrote schmieren und nicht zu Elternsprechtagen kommen.
Diese möchte man dazu animieren, sich mehr um die schulische Situation ihrer Kinder zu kümmern, deshalb sollen ,,Belohnungen” für diese Leute eingeführt werden. weiterlesen »
Viele nutzen den Jahreswechsel, um Bilanz zu ziehen. Sind Vorsätze realisiert worden? Erfolge zu verbuchen? Was ist erreicht worden und von welchen Träumen und Illusionen musste man sich vielleicht schmerzhaft lösen? Was hat man dazu gelernt und wo geht es als nächstes hin? Auch ich möchte nach einem bildungstechnisch turbulenten Jahr Rückblick halten.
Ich würde sagen, 2008 ist bezüglich PISA und co. ein Jahr gewesen, in dem viel Schall und Rauch geblasen wurde, ansonsten aber nicht so recht viel passiert ist. Es schien mir, als hätte sich keiner getraut, mal auf den obligatorischen Tisch zu hauen und durchzugreifen. Stattdessen feierte eine halbherzige Reform nach der anderen ihren Einzug, bevor sie manches Mal nur wenige Monate später den großen Politikern wieder wie ein geprügelter Hund zurück unter den Teppich krabbelte, wo sie diskret, aber beherzt, verschämt wieder ins Abseits gekehrt wurde. weiterlesen »
Ich sag´s ja, unser Land ist verzweifelt. Besonders, was die Bildung anbelangt. Plötzlich wird Geld zum Fenster hinaus geworfen und jetzt sollen Laien die besseren Lehrer sein.
Im Internet stieß ich auf einen Artikel, der den Vorschlag offerierte, in Deutschland einfach bessere Hochschul-Absolventen einige Jahre lang unterrichten zu lassen. Diese würden anstelle von richtigen Lehrern eingesetzt werden und die Leistung der Schüler verbessern.
Woher diese Schnapsidee stammt? Natürlich von dort, wo alle Schnapsideen herkommen: aus den USA.
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Ich sitze gerade ganz gemütlich vor meinem Laptop, trinke Kaffee und höre Radio, als mich eine Nachrichtenmeldung gänzlich erschlägt: Da werden gerade Unsummen in unsere Bildung investiert. Ich sollte mich freuen. Eigentlich.
Da schwafele ich in diesem Blog monatelang davon, dass die deutsche Politik endlich in die Bildung und unsere Schulen investieren soll und dann wirft der ,,Laden da oben” doch tatsächlich mehr als 50. 000 Euro für eine Schule aus dem Fenster und ich bin einfach nur sprachlos. Keine Freude, kein Lächeln, keine Regung, nichts. Ich bin einfach nur fassungslos. weiterlesen »
Unsere Gesellschaft wird immer durchsichtiger, der Mensch immer mehr eine Nummer in verschiedenen Datenbanken. Alles wird festgehalten, die Freiheit immer mehr beschränkt. Schon länger rebelliert eine Gesellschaft, die sich immer weiter in eine Ecke gedrängt fühlt.
So passiert das jetzt auch in den Schulen. Eine landesweite Datenbank in Bayern soll den schulischen Werdegang eines jeden jungen Menschen dokumentieren – und zugänglich machen. Damit soll beispielsweise die Schulpflicht kontrolliert werden. Und eventuelle Schulwechsel erleichtert.
Eine Verfassungsklage wird eingereicht. weiterlesen »
In Berlin läuft zur Zeit ein neues Volksbegehren an. Die Macher von “Pro Reli” setzen sich dafür ein, dass in Berliner Schulen ein Wahlpflichtfach “Religion” bzw. “Ethik” eingeführt wird. Dieses würde das Pflichtfach “Ethik”, welches zur Zeit gelehrt wird, um einen kulturell und religiös orientierten Abschnitt der schulischen Ausbildung ergänzen.
In einem Interview mit der Berliner Morgenpost erklärte der Vorsitzende des Vereins Pro Reli, Christoph Lehmann, warum er es für notwendig hält, dass die Schüler sich wieder mehr auf ihre Religion besinnen. “Es geht auch um das grundsätzliche Verhältnis zwischen Staat und Kirche.”, so Lehmann. “Die Frage ist doch, ob der Staat seine eigenen Werte macht oder ob er (sic) sie aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Gruppierungen, die den Staat ausmachen, entstehen.”
Jetzt also wieder Religionsunterricht? Um Werte zu vermitteln, die knappe 2000 Jahre alt sind? Meiner Meinung nach ist das ein Rückschritt.
Gerade bei der kulturellen und religiösen Diversität in Deutschland, speziell in Berlin, bräuchte man nicht nur evangelischen und katholischen, sondern mindestens noch islamischen Religionsunterricht in der Schule, um den von Herrn Lehmann geforderten Anspruch nach individuellen kulturellen Werten zu befriedigen. Und letztendlich sind Schulen ebenfalls ein Instrument des Staates, staatlich geförderter Religionsunterricht würde also nicht wirklich ein Zusammenspiel verschiedener Gruppen, sondern nur das Abarbeiten eines staatlich festgelegten Lehrplans erreichen.
Religion und Schule haben nun mal nichts mehr miteinander zu tun.
Eine der neuen Schul-Reformen beschloss, dass Schüler künftig schon ab der zwölften Klasse Abitur absolvieren und nicht erst nach der dreizehnten. Eine stark umstrittene Reform, die Deutschlands Klassen da überspülte und ich frage mich, was für Konsequenzen diese Welle hat.
Da werden heftige Vorwürfe losgelassen, auf unsere Bildungspolitiker, die sich das von ganz oben ausgedacht haben: Kinder verlieren ihre Kindheit, könnten nicht mehr spielen, hätten keine Freizeit. Hobbys würden aufgegeben und nur noch gelernt werden.Auch soll der Druck auf den ,,Kleinen” zu hoch sein, denn was damals in neun, muss nun in acht Jahren gelernt werden. Bis nachmittags Unterricht und wenn nach Hause gekommen wird, müssen noch Hausaufgaben erledigt werden.
Dabei wird oftmals schnell außer acht gelassen, dass wir – was Pisa und co. betrifft – in Europa ganz weit hinten liegen. Unser Schulsystem ist ein längst rostiges Gebilde aus einer europäisch gefühlten Steinzeit – und eben längst überholt. Bis nachmittags Unterricht – wieso denn nicht, bei ausreichender Mittagspause? Der junge Mensch ist mit Freunden zusammen, hat auch künstlerische, sportliche oder freizeitgestalterische Fächer, kann sich also auch hier ,,austoben” und wird zudem gefördert!
Des Weiteren gab es ja auch eine Reform des Lehrplanes. Sozialpädagogisch verteilter Lernstoff, der auch noch einmal ,,entstaubt” wurde und nun im neuen Anstricht erscheint. Vielleicht sind viele Fächer nun etwas kompakter gehalten, jedoch eben so strukturiert, dass der Schüler im Grunde genommen keine wirklichen Probleme bekommen kann. Und was den Nachmittagsunterricht betrifft – wie ist das mit Hauptschülern, die in der Regel schon mit siebzehn eine Lehre beginnen und bis in den frühen Abend arbeiten? Da schwingt niemand protestierende Fähnchen und auch keiner grummelt über verpasste freie Zeiten.
Ich finde die Reform gut. Denn sie markiert vielleicht einen klitzekleinen ersten Wendepunkt in unserer Bildungspolitik. Mal davon abgesehen, dass es auch Chancen beinhaltet, früher ,,fertig” zu werden. Ein Jahr Ausland? Oder doch lieber erst einmal jobben? Alles kein Problem mehr, wenn der junge Heranwachsender nicht unter Zeitdruck steht. Im Gegenteil. Er kann sich entspannt und ausgiebig der Planung seiner Zukunft widmen
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