Pisabesieger

Schlauer als die Polizei erlaubt
 


Archiv: Bildungspolitik

Es steht wahrlich nicht gut um die deutsche Schullandschaft. Denn den Schulen fehlt es immer häufiger an jungen Nachwuchskräften. Und das nicht allein in Berlin und Hamburg, sondern im gesamten Bundesland. Der Lehrernotstand ist inzwischen so groß, dass die Bundesländer immer aggressiver um den jungen Nachwuchs kämpfen. Erste Anzeichen lassen sich bereits im Bundesland Hessen beobachten. So wirbt der Kultusminister Jürgen Banzer großflächig für den Beruf des Lehrers. In Zeitungsanzeigen, auf Großplakaten und an Bushaltestellen sind leere Regiestühle zu sehen, die mit Lehrern in den gesuchten Schulfächern Latein, Physik, Musik und Chemie besetzt werden wollen. Die Werbeoffensive kostet dem Bundesland Hessen 240.000 Euro. Und das Bundesland Hessen verspricht den neuen Lehrern so einiges: längerer Beamtenstatus, bessere Karriereaussichten und höheres Verdiensteinkommen. Die Schulen jagen sich die Lehrkräfte gegenseitig ab.

Lehrermangel und leere Klassenzimmer © Flickr dcJohn

Die deutschen Lehrer werden älter, aber nicht jünger. Zudem soll sich in den kommenden 15 Jahren die Hälfte der deutschen Lehrer in den Ruhestand verabschieden. Aber der junge Nachwuchs für die frei werdenden Lehrerstellen fehlt. Daher setzen die deutschen Schulen zunehmend auf Quereinsteiger und auch ausländische Schulkräfte.

Der große Lehrermangel an den deutschen Schulen bedingt natürlich auch den Unterrichtsausfall. Und wenn dann noch die Vertretung der Vertretung der Vertretung fehlt, ist das deutsche Bildungssystem einfach nur erschreckend, nicht in Berlin.


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Sobald die Nachrichten im Fernsehen kommen, driften junge Leute einfach ab. Denken an die nächste Party oder an den aktuellen Schwarm. Doch oftmals nicht aus Desinteresse, sondern einfach aus Unverständnis.

Zeitung © Pixelio/pixel-vun

Viele Jugendliche haben keine Ahnung, wenn es um unsere Wirtschaft und ihre Beschaffenheit geht. Da sie keinen Bezug dazu haben und auch nicht finden, lassen sie das Thema - trotz vorhandenen Interesses - meistens wieder fallen, ohne es je richtig berührt zu haben. Die Hürde des Unwissens ist einfach zu hoch, als dass sie mit Leichtigkeit erklommen werden möchte.

Deswegen kann ich dem Vorschlag, Ökonomie als Schulfach einzuführen, nur zustimmen. Denn die Fernsehsender kommen dieser Problematik schon mehr als genug entgegen: Fremdworte werden erklärt oder abgewürgt, schwierige Zusammenhänge anhand von Grafiken vereinfacht und die Sendezeiten verlängert. Doch trotz allem ist ein gewissen Grundwissen einfach vonnöten. Und da kommt eben die Schule mit ins Spiel.

Wissen macht Spaß! - Auch, wenn das spießig klingt und jeder Schüler spätestens hier schreiend davon rennt: Auch den Schülern macht Wissen Spaß. Wenn sie vor dem Tv sitzen und dem Nachrichtensprecher folgen können, fühlen sie sich als Teil der Gesellschaft, können teil haben am Geschehen und werden so auch ermutigt, darin einzugreifen, indem sie zum Beispiel einen wirtschaftsspezifischen Beruf ergreifen. Alles ist möglich - lautet da die Devise.


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Studentenbaby

Autor: Julia
abgelegt in: Allgemein, Bildungspolitik

Zwar schon länger her, aber immer noch gut: In Hamburg dachten sich Studenten eine besonders provokante Art der Demonstration aus und gründeten das sogenannte ,,Studentenbaby”.

Kind © Pixelio/kklausi

Da lag ein himmelblauer Flyer in meinem Fahrradkorb mit einem süßen Kleinkind bedruckt. Die Information auf dem Blatt war nur dürftig: Da war von Babys die Rede, Studentengebühren und Studentinnen, die helfen wollen. Aha. Ein Klick auf die damalige Webseite eröffnete: Für 500 Euro, also die Gebühren für ein Studien-Semester, würde eine Studentin nach Wahl als Leihmama fungieren. weiterlesen »


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Früher bekam der Schüler die strafenden Blicke, wenn er anhand von schlechten Noten eine sogenannte ,,Ehrenrunde” drehen durfte, jetzt sind es die Lehrer, die die Tadel einstecken müssen. Sehr zum späteren
Leidwesen der Schulabgänger!

Buntstifte © Pixelio/Knipseline

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich fünfzehn und schwer pupertärend dem Rest der Welt meinen Stinkefinger zeigen musste. Mit verschrenkten Armen hockte ich Kaugummi kauend im Unterricht, während mein verdammt cooler Nietengürtel die sowieso schon klapprigen Stühle zerkratzte. Die Folge davon war natürlich abzusehen: Ich blieb sitzen. Und das zu Recht.
Denn mit einer sechs und zwei fünfen brachte ich ein tatsächliches Armutszeugnis mit nach Hause, jedoch lernte ich meine Lektion und nutzte meine ,,zweite Chance”.

Doch ob das heute noch genauso wäre, ist bezweifelbar. Denn die Schulen, insbesondere die Gymnasien, bekommen immer mehr Druck von oben. Zum Beispiel möchte das Kulturministerium die Lehrkräfte dafür,,sensibilisieren”, dass es keineswegs die Schuld der Schüler sei, wenn sie keine Leistung erbringen würden, sondern dass sie dann eben nicht ausreichend genug gefördert werden.
Schulen, deren ,,Durchfallquote” zu hoch liegt, wurden angedroht, dass sie eine beratende Funktion zur Seite gestellt bekämen.
Mit anderen Worten: Einen Kontrollbesuch abgestattet bekommen.

Natürlich sieht in so einer Situation jeder Direktor seine Karriere gefährdet, was wiederum Druck auf den einzelnen Lehrer zur Folge hat. Und was macht ein Lehrer, der seinen sicheren Arbeitsplatz bedroht sieht? Natürlich - er schummelt. Plötzlich gibt es auch in der gymnasialen Oberstufe wieder Noten für eine schöne Schrift und Aufgaben, die in einer Klausur von vielen nicht richtig gelöst wurden, fallen dann einfach unter den Tisch.

Aber das ein junger Mensch bei seinem Abschluss vielleicht nicht genügend Qualifizierung für eine Ausbildung oder einen Studienplatz besitzt - das interessiert hier offensichtlich niemanden.
Denn um überhaupt einen zu bekommen, muss man auch in der Lage sein, den Anforderungen einzelner Betriebe zu genügen - und daran scheitert es oft genug: So beklagen sich viele Unternehmer darüber, dass sie ungenügend Auszubildende hätten, dafür genug schlampige Bewerbungen.

Ich muss gestehen dass mich diese Tatsachen recht fassungslos machen, denn bei der Vorstellung, dass meine Lehrer mir meine ausgeprägten Launen hätten durchgehen lassen, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Anstatt zu lernen habe ich Papierschiffchen gebastelt und meine Mitschüler zum Lachen gebracht, aber dass genau solche Dinge jetzt einen jungen Menschen qualifizieren sollen, Abitur zu absolvieren, da wird mir ganz anders!
Seit einigen Jahren schon wird über die deutsche Schulpolitik gemosert, aber wirklich etwas passiert ist noch nichts - ganz im Gegenteil, anstatt in die Bildung zu investieren, wird destruktiv Druck gemacht, was aber nur eines konsequent zur Folge hat: Unsere Schule büßen stark an Qualität ein!


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Das Magazin FOCUS-Schule plant, eine Schuldatenbank von Deutschland zu erstellen. Zu diesem Zweck erhielten in einigen Bundesländern Elternvertreter, Schüler und Lehrer Fragebögen, die über den Zustand der Schule Auskunft einholen sollen.

Was FOCUS mit der Datenbank vorhat, ist noch nicht klar. Die GEW, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, brachte das Magazin mit einem Ranking in Verbindung - und handelte sich prompt eine Unterlassungsklage ein. Offensichtlich sind die FOCUS-Macher peinlich darum bemüht, die Schuldatenbank nicht mit dem Wort “Ranking” in Verbindung zu bringen. Von Seiten der GEW wurde aber nicht klein beigegeben, sondern im Gegenteil nur noch lauter protestiert. Eine landesweite Schuldatenbank gehöre nicht in die Hände eines Politmagazins, hieß es da. Jetzt wurde auch von Seiten bayerischer Elternvertreter ein Aufruf gestartet, die FOCUS-Erhebung zu boykottieren.

Es ist ja tatsächlich fraglich: Was will FOCUS mit den Daten, wenn nicht eine neues TOP-500-Story rausbringen? Hat so ein Blatt überhaupt das Recht oder die Expertise, um Schulen zu beurteilen? Hier soll aus den teils katastrophalen Verhältnissen an deutschen Schulen Kapital geschlagen werden.

Die Vision: Hilflose Eltern wenden sich in ihrer Not an FOCUS und finden die Schule, die zu ihrem Kind am Besten passt.

Die Realität, vor allem wenn tatsächlich ein Ranking durchgeführt werden sollte: Die Schule, die am Besten abschneidet, wird hoffnungslos überlaufen.

Wirkliche Verbesserungen für die Kinder werden sich nicht bieten. Einige Schulen werden bevorzugt, andere nicht berücksichtigt. FOCUS wird um ein paar Euro reicher sein, die Bildungslandschaft Deutschland wird Integrität und Seriosität noch mehr als bisher vermissen lasssen.

Deswegen bin auch ich gegen die FOCUS-Datenbank und hoffe inständig, dass von Seiten der Kultusministerkonferenz endlich regulierende Maßnahmen getroffen werden.


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Die neuen Gesetzesänderungen der Hauptstadt und der Hansestadt sehen vor, dass das Sitzenbleiben in deutschen Schulen entfällt. Dabei möchte die Koalition in Berlin sogar die Noten bis zur 8 Klasse abschaffen.

Der Grund, so dieser Artikel, seien erwartete Kosteneinsparungen von bis zu 50 Millionen Euro, die jährlich durch die Sitzenbleiber anfielen.

Bildungspolitik aufgrund von Kosteneinsparungen - das gefällt mir überhaupt nicht. Es ist bisher ziemlich selten der Fall gewesen, dass das Sparen an der Bildung wirklich etwas gebracht hat außer halbgaren Konzepten, denen in der praktischen Umsetzung wichtiges gefehlt hat.

Bringt das Abschaffen von Noten die Kinder wirklich weiter? Ich glaube ehrlich gesagt nicht. Noten sind schon immer ein Ansporn gewesen, vielleicht sollte man die Benotung an sich etwas einfacher gestalten, damit auch schwächere Kinder ein Erfolgserlebnis haben. Und das Abschaffen des Sitzenbleibens? Das gefällt mir spontan schon eher, weil ich es ehrlich gesagt unfair finde, dass ein Schüler für ein schwaches Jahr dermaßen hart bestraft werden kann.

Allgemein gesehen sind Noten und Sitzenbleiben jedoch gewichtige Bestandteile des jetzigen Schulsystems. Meiner Meinung nach zerstören diese Versuche, am System herumzufeilen jegliche noch vorhandene Integrität. Man sollte vielmehr gleich eine Reform des Bildungssystems durchführen, anstatt solche Änderungen vorzunehmen, weil dann wenigstens eine Ganzheit gegeben wäre.

Auf diese Weise zerfällt das Schulsystem in Deutschland immer mehr in Einzelteile, die über kurz oder lang nicht mehr zueinander passen wollen.


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Dieser sehr interessante Artikel erschien am 11.04.2008 im Tagesspiegel. Es geht darin um die Differenz zwischen der Leistung der Kinder an deutschen Grundschulen und dem, was 15jährige nach dem Aufteilungsschritt zum Grundschulende zu leisten im Stande sind.

Bewegt sich Deutschland bei den jüngeren Schülern im europäischen Spitzenbereich, so sackten die Vergleichswerte bei Betrachtung der älteren Schüler schnell in katastrophale Regionen ab. Der Tagesspiegel nennt als Grund das deutsche Schulsystem und Mängel in der Unterrichtsgestaltung. Konkret sei das Schulsystem viel zu differenziert und es sei eine Reform notwendig, die weniger verschiedene Schulen hinterlasse. Außerdem sei innerhalb der einzelnen Schulen eine höhere Differenzierung zwischen “guten” und “schlechten” Schülern notwendig, die dann nicht nach Klassen, sondern nach Leistung unterrichtet werden sollen.

Das deutsche Bildungssystem © wikipedia

Wie ich finde, ist das ein wirklich wichtiger Punkt, was das deutsche Bildungssysstem angeht. Wir haben im Moment eine Grundschule, der die Aufteilung in Sonderschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule folgt. Dabei ist zumindest die Trennung zwischen Haupt- und Realschule meiner Meinung nach vollkommen sinnfrei.

Wer heutzutage Hauptschüler ist, kann sich die Aussichten auf eine Ausbildung schenken und wird meistens von vollkommen überforderten Lehrkräften unterrichtet. Das Gymnasium ist in seiner früheren Exklusivität so schon lange nicht mehr vorhanden. Wo leere Klassenzimmer zunehmend Realität werden, ist eine Zusammenlegung außerdem ökonomisch sinnvoll.

Eine Zusammenlegung der einzelnen Schulen ist nur auf den ersten Blick unmöglich. Würde nämlich auf den Schulen nach Leistung unterrichtet, und so nicht dem überkommenen Hierarchie-Gedanken (”du lernst wenig, dir bringen wir nichts bei!”) gefröhnt, dann würde nicht eine Hälfte der deutschen Jugend bei der Schulbildung unter den Tisch fallen. Gleichzeitig wäre ein Exzellenz-Unterricht mit Hochbegabten möglich.

Damit das so durchführbar wäre, müsste man den Lehrern, die sich mit anstrengenden Schülern auseinandersetzen, genausoviel oder sogar mehr bezahlen. Wer will denn im Moment mit den Kindern arbeiten, die Mathe nicht sofort verstehen, aber gleichzeitig rotzfrech sind? Ohne Anreize wird das nichts. Außerdem wären Fortbildungsprogramme für die existierende Lehrerschaft notwendig, weil die teilweise nicht mal mehr ungenügende Qualifikationen im Umgang mit Jugendlichen aufweist.

Klar, dass die Politik diese Ausgaben und den damit verbundenen Trubel scheut, lieber wird weiterhin in alten Bahnen vor sich hingepaukt, ohne dass irgendwelche Verbesserungen in Sicht wären.


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Klassenraum flickr©LizMarie

Natürlich könnte man bei neutraler Betrachtung des Wirtschaftsberichtes der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) die positiven Ergebnisse wie den wirtschaftlichen Aufschwung in den Vordergrund stellen, allerdings hätte diese Nachricht dann keinen Platz auf diesem Bildungsblog gefunden. Viel interessanter und ein schon lang von uns kritischer Aspekt des Wirtschaftsberichtes ist die Einstufung des deutschen Bildungssystems.

“Es bedarf weiterer Bildungsreformen, um Bildungserträge und Bildungsniveaus anzuheben und den Effekt des sozioökonomischen Hintergrunds auf die Bildungsergebnisse zu verringern”, heißt es in dem Bericht. Heißt letztendlich für Deutschland, wenn man den wirtschaftlichen Aufschwung am Leben erhalten, bedarf es einer umfassenden Reform des Bildungssystems. Im Fokus der Kritik steht das dreigleisige Schulsystem mit Haupt- und Gesamtschule sowie Gymnasium. Zudem äußerste man sich kritisch über die mangelnde Qualität der Lehrkörper und die wenig vorhandenen frühkindlichen Bildungsmöglichkeiten. In der Summe daraus wird Deutschland in naher Zukunft über einen Mangel an Fachkräften verfügen, bestimmte Schlüsselpositionen können nicht besetzt werden, was wiederum zu einer Schwächung der Wirtschaftskraft führt.

Die OECD hat im Rahmen des Wirtschaftsberichtes einen 15 Punkte-Plan erarbeitet, der Deutschland bei den Reformen unterstützen soll. Unter anderem ist eine Empfehlung ausgesprochen worden, Kinder nicht schon im Alter von zehn Jahren auf unterschiedlichen Schulformen zu schicken, um eine nachhaltige Entwicklung von Kindern nicht behindern.


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Deutschland leidet seit einiger Zeit unter einem neuen Phänomen: Dem Turbo-Abi. Dabei wurde die Abiturzeit auf 8 Jahre gekürzt. Das G8 oder „Turbo- Abi“- Konzept klang in der Theorie auch durchaus plausibel.

Da die Ausbildungszeiten immer länger werden, macht es Sinn, die Gymnasialzeit um ein Jahr zu verkürzen. Kombiniert mit einem entrümpelten Schulsystem, in dem bestimmte Lehrinhalte wegfielen oder gekürzt würden, bliebe den Abiturienten ein Jahr mehr Zeit, sich die Weichen für den weiteren Lebensweg zu stellen.

Natürlich stellt sich beim Thema „Entrümpelung“ die wichtige Frage: Wie soll man den Lehrplan straffen? Vor dieser Frage hat sich die Kultusministerkonferenz schlichtweg gedrückt. Gestrafft wurde überhaupt nichts, der Lehrplan mit allen bisher vorhandenen Inhalten einfach in 8 statt bisher 9 Jahre gequetscht. Schüler, Eltern und Lehrer beklagen einstimmig die harten Schulbedingungen, es ist die Rede von 50-Stunden-Wochen für Schüler, die neben den vorgeschriebenen Unterrichtsstunden noch Hausaufgaben absolvieren. Ein Schulleiter plant sogar ein kollektives Sitzenbleiben, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Es ist eine Schande, dass sich da niemand gewehrt hat, sondern im Zeichen des Fortschrittes und aus Angst vor der neuen Pisastudie blind reformiert wurde. Ja, hinterher ist man immer schlauer. Aber man fragt sich doch, warum den Reformern die simple Rechnung „Mehr Stoff, weniger Zeit, zuviel Stress für die Kinder?“ nicht in den Sinn gekommen ist? Hier sind offensichtlich aus Angst vor Konflikten beide Augen zugedrückt worden, die Umsetzung des Konzeptes verdient in keinem Fall Bestnoten.

Zwar sieht das die Kultusministerkonferenz jetzt ebenfalls ein, es wird an vielen Stellen nachreformiert – eine Verbesserung der Lage für die Schüler ist trotzdem nicht in Sicht.


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Realität leere Klassenzimmer

Autor: Carsten
abgelegt in: Bildungspolitik

leere Klassenzimmer ©dcJohn

Deutschlands Schulen sehen sich momentan ein schweren Situation ausgesetzt, mit der sie seit 1992 nicht mehr konfrontiert wurden – es gehen ihnen die Schüler aus. An den deutschen Schulen folgten nur noch 9,2 Millionen Schüler dem Unterricht, dies bedeutet einen Rückgang von 1,7 Prozent und 157.000 Schüler.

Zunächst klingt die Zahl von 9,2 Millionen nicht sonderlich Besorgnis erregend, schließlich leben in ganz Schweden gerade einmal so viele Menschen, aber für Deutschland hingegen ist dies eher eine negative Entwicklung, die vor allem auf die geburtenschwachen Jahrgänge zurückzuführen sind, die jetzt eingeschult wurden. Im Osten ist diese Entwicklung wesentlich ausgeprägter als im Westen des Landes, dafür gehen Experten aber davon aus, dass sich dieser Trend im Osten bereits im Jahr 2009 wieder umkehren wird, im Westen ist dies vermutlich erst im Jahr 2020 der Fall.

In allen ostdeutschen Bundesländern zusammen sank die Schülerzahl im vergangenen Jahr um rasante 4,4 Prozent, im Westen um 1,2 Prozent. Einfluss auf diese hohe Zahl hat aber auch die Einführung des „Turbo-Abiturs“, womit gleich eine große Anzahl der Schüler die Schulen verließen.

Eine besondere Entwicklung lässt sich auch bei den Schultypen beobachten, so werden Gymnasien verstärkt besucht, Hauptschulen hingegen weniger. Auch bei der Zusammensetzung der Klassen hat es Veränderungen gegeben, so liegt der Jungen-Anteil auf Gymnasien nur noch bei 46,7 Prozent, während er bei Hauptschulen teilweise über 60 Prozent angesiedelt ist.


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