Zeugnis-Noten können durchaus krank machen, wenn der Druck zu hoch ist.
Meine Tante ist selber Lehrerin und seit langem eine Gegnerin von Noten. ,,Man könne die Leistungen nicht in Zahlen quetschen.” Und: ,,Man kann Kinder nicht anhand dieser stupiden Einteilung bewerten.” weiterlesen »
Die Diskussion über unser Schulsystem ist wieder einmal eskaliert: Die Grünen kritisieren Merkel und fordern weitere Investitionen in die Zukunft unserer Bildung.
Aufgrund der Sachlage, dass es zuviele junge Leute gibt, die die Schule ganz abbrechen, es zu wenig Studenten und zu viele Hauptschüler gibt, die perspektivlos sind, schlugen die Grünen vor, den Solidaritätszuschlag für den Osten in einen sogenannten ,,Bildungssoli” umzuwandeln. weiterlesen »
In fast jedem Land gibt es ein anderes Schulsystem, wichtig sollte immer die optimale Bildung sein. Es haben sich sehr gute Systeme einzelner Länder bewährt, was sich auch in entsprechenden PISA Studien widerspiegelt.
Nach dem dritten PISA Test im Internationalen Vergleich, zählt Deutschland nicht unbedingt zu den besten Bildungssystemen. Warum einige ausländischen Bildungsprojekte offensichtlich besser sind als das deutsche System lässt sich anhand von Beispielen wie Japan und auch in Skandinavischen Ländern beweisen.
Das Kanadischen Schulsystem erwies sich ebenfalls als besser beim Abschneiden der besagten Studie und besticht durch ein anerkannt hohes Bildungsniveau. Es werden öffentliche und private Schulen in Kanada angeboten, das zieht sich vom Kindergarten bis hin zur Universität durch. Im Alter von 6 Jahren gehen die Kinder in eine zugewiesene Schule, da es keine freie Wahl gibt, sondern nach de jeweiligen Einzugsgebieten geordnet ist. Es gibt allerdings immer einige Ausnahmen, die eine selbständige Wahl zulassen. Die Möglichkeit eine private Bildungsstätte zu besuchen, steht jedem frei, ist aber mit hohen Kosten verbunden.
Im Unterschied zum Deutschen System wird in Kanada mehr Wert auf Sport und kreative Gestaltung gelegt. Dass die Kinder meist in eine Ganztagsschule gehen, scheint dem Bildungsstand positiv zu äußern, denn nicht umsonst schneidet das Land so gut in Test ab – die Bindung zur Schule ist daher auch sehr ausgeprägt. Eine optimiertere Variante bieten zudem die relativ kleinen Klassen, die eine individuellere Förderung ermöglichen.
Generell scheint es als ob in anderen Ländern ein größerer Fokus auf Freizeit-Aktivitäten gelegt wird, anders als in Deutschland. Die trägt wahrscheinlich zu besseren Leistungen im Ganzen bei. Die Schule als Gemeinschaft hat in Kanada einen hohen Stellenwert und fördert das interkulturelle Leben der Kinder, was nur von Vorteil sein kann.
Die Probleme, die momentan gerade in Finnland diskutiert werden, hätte Deutschland gerne. Der Pisa-Champion Finnland sieht sich einer Problematik gegenüber, die ihre Ursache weniger im Bildungssystem selbst hat als in der Erziehung.
Während in Deutschland schon strukturelle Probleme das Bildungssystem belasten, klagen die Lehrkräfte in Finnland über mangelnde Unterstützung aus dem Elternhaus und über die steigende Klassenkapazität. In Finnland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Klassenstärke keinesfalls die Zahl 20 übersteigen sollte, um eine individuelle Förderung eines jeden Kindes zu gewährleisten. Zudem sind die Lehrkräfte verpflichtet, engen Kontakt zum Elternhaus zu pflegen. Nun wird von den Lehrern geklagt, dass für viele Eltern die Erziehung mit Abgabe des Kindes an der Schultür endet und somit der Job des Lehrers immer schwieriger wird, die Belastung steigt und weniger Vorbildung existiert.
Da in Finnland jedes Kind wichtig ist und die Finnen aufgrund der Tradition eine hohe Erwartungshaltung gegenüber ihrem Bildungssystem haben, scheint sich diese Debatte weiter zu verschärfen. Nun beschreiben die Lehrkräfte aber immer wieder von Verhaltungsstörungen bei den sieben- bis zwölfjährigen Schülern, deren Ursache in erster Linie der ausgeprägte Egoismus ist. Jedes der Kinder möchte individuell im Mittelpunkt des Lehrauftrages stehen. Zudem werde seitens des Elternhauses dem Kind schon eine Richtung vorgegeben, wo schon in jungen Jahren Berufswünsche wie eine Führungsposition im Business Consulting keine Seltenheit sind.
Mit derartigen Ansprüchen steigt selbstverständlich die Belastung der Lehrer, die immer mehr über fehlende Motivation und eine zu hohe Stundenzahl klagen. Für Deutschland ist dies Jammern auf hohem Niveau, für Finnland hingegen ist dies eine Gefahr für die hohen Anforderungen des Bildungssystems. Weil man sich in Finnland dieser Problematik bewusst sind, wird es in naher Zukunft weitere Veränderungen geben – wieder einmal vorbildlich!
Die PISA-Studie ist ein internationaler Vergleich von Schulleistungen 15jähriger Schüler (Neuntklässler), der seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre stattfindet. 2000 wurde die Lesekompetenz geprüft, 2003 die Leistungen in Mathematik verglichen und 2006 war das Thema Kompetenz in Naturwissenschaften. Für Deutschland lagen durch Teilnahme fast aller Bundesländer Ergebnisse der Gesamtschulen und Gymnasien vor. Festzustellen war, dass in allen Teilen der PISA-Studie Bremen Schlusslicht war.Lesekompetenz 2000
• Bremen 448 Punkte
• Mecklenburg-Vorpommern 467 Punkte
Mathematik 2003
• Bremen 471 Punkte
• Hamburg 481 Punkte
Naturwissenschaften 2006
• Bremen 477 Punkte
• Brandenburg 486 Punkte
Der internationale Durchschnitt lag bei 500 Punkten. Das Bundesland, das am besten abschnitt, war Bayern. Dort betrug die Lesekompetenz 510 Punkte, in Mathematik wurden 516 Punkte erreicht und in den Naturwissenschaften 508 Punkte. Politiker, Lehrer und Bildungsforscher überlegen seit dem, warum Deutschland insgesamt bei PISA so schlechte Ergebnisse erzielte und warum es so ein Gefälle zwischen den einzelnen deutschen Bundesländern gibt. Gründe scheinen zu sein: Soziales Gefälle, Migrationshintergrund – Beispiel Bremen – und politische Gründe. Es konnte festgestellt werden, dass in CDU- oder CSU-regierten Bundesländern die Schüler besser abschnitten als in SPD-regierten Ländern.
In Bundesländern mit einem höheren Budget für Bildung und Kultur ist der Bildungsstand der Schüler höher. Kleinere Schülerzahlen in den Klassen und motivierte Lehrer wirken sich positiv auf die Lernleistungen und das Bildungsniveau aus. Die Integration ausländischer Mitbürger und vor allem die Sprachausbildung ab Kindergartenalter erhöhen die Chancen auch für Kinder mit Migrationshintergrund, einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben.
Mit der aktuellen Studie PISA 2006 wurden wie auch in den Jahren 2000 und 2003 die Leistungen fünfzehnjähriger Schülerinnen und Schüler untersucht im internationalen Vergleich mit 56 anderen Ländern, 29 davon OECD-Staaten. Es wurden Schwerpunkte gesetzt bei Mathematik, den Naturwissenschaften und Lesen. Etwa die Hälfte der gestellten Aufgaben sollten das naturwissenschaftliche Verständnis beleuchten und je ein Viertel die mathematischen Fähigkeiten und das Lesen.
Die am 4. Dezember 2007 veröffentlichten Ergebnisse besagten, dass sich für die Naturwissenschaften die Kompetenz der deutschen Jugendlichen gegenüber 2000 und 2003 verbessert hatten im Umfang des Leistungszuwachses eines Schulhalbjahres. Dies kann auch ein Indiz für verbesserte Schulbücher sein. Im internationalen Vergleich erreichte Deutschland den 13. Platz unter allen teilnehmenden Ländern und Rang 8 innerhalb der OECD-Staaten mit einem Punktwert über dem Mittelwert dieser Staaten.
Auch in den Testbereichen Mathematik und Lesen hat sich die Leistung der deutschen Testteilnehmer – geringfügig – verbessert, während sich der Mittelwert der OECD-Staaten leicht verschlechtert hat. Die deutschen Ergebnisse haben sich damit deutlich über diesem Leistungs-Mittel der OECD-Länder etabliert. Dies belegt, dass auch der Duden wieder ein probates Lernmittel für die deutschen Schüler ist.
In allen drei Testbereichen fiel auf, dass Deutschland zu den Ländern mit großem Leistungsgefälle innerhalb der untersuchten Gruppe gehört. Diese Unterschiede bestehen nur geringfügig zwischen den Geschlechtern, beim Lesen zum Vorteil der Mädchen, in der Mathematik für die Jungen, erheblich jedoch zwischen den verschiedenen Schulformen.
Die Tatsache, dass noch immer eklatante Unterschiede zwischen den sozialen Schichten und deutlich schwächere Leistungen bei den teilnehmenden Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestehen, weist auf Handlungsbedarf hin. Gerade auf den Gebieten der deutschen Rechtschreibung und dem Lesen, die als Grundlage für ein erfolgreiches Lernen unabdingbar sind, herrscht ein großer Nachholbedarf. Also sollten die Schüler wieder vermehrt mit dem Duden arbeiten.