Ich finde: Ja, ja und nochmals ja! Und das ganz allein schon aus gesellschaftlichen Gründen.
Ich schrieb schon einmal über die Einführung der Gesamtschulen, da gerade meine ehemalige Realschule zu so einer mutiert.
Und gerade gestern brandete in einer gemütlichen Kaffee-Runde genau diese Diskussion wieder auf, wobei jemand, der dagegen argumentierte, mir entgegen setzte: ,,Intelligente müssen gefördert werden! Und ein Intelligenter hat neben einem Hauptschüler einfach nichts zu suchen.”
Sehr engstirnig, wie ich finde, weil das absoluter Blödsinn ist.
Erstens ist es so, dass man sehr wohl gefördert wird, da die einzelnen Kurse nach Schwierigkeitsgrad vergeben sind. Das heißt, jemand mit außergewöhnlicher Mathematik-Begabung wird einen Kurs bekommen, in dem er auch entsprechend gefördert sind. Trotz allem lernt er, zu begreifen, dass seine Intelligenz nicht bedeutet, dass er etwas besseres ist, sondern dass der ganz Einfache eben einfach nur ganz andere Fähigkeiten, als er, hat. Vielleicht kann er beispielsweise ausgezeichnet handwerkliche Tätigkeiten verüben. Und auch für den Handwerker ist es gut, da er somit nicht dem typischen Groll verfällt, sondern auch den anderen zu verstehen lernt. Und dann entwickelt sich eine Freundschaft, die immer wieder verlangt, auf den anderen einzugehen und seine Qualitäten zu erkennen – und zu achten! Der eine erklärt dem anderen die Welt – der andere beschützt seinen zerstreuten Professor auf dem Schulhof, um es jetzt mal profan auszudrücken.
Idealistisch betrachtet bedeutet dies, dass wir der Klassen-Bildung entgegen arbeiten. Wie es ein Kollege spitzfindig und provokant ausdrückte: ,,Schon mal einen Arzt gesehen, der mit einem Bauarbeiter in den Urlaub fährt?” Aber woran liegt das? Der eine versteht den anderen nicht – sondern verachtet ihn, weil er zu engstirnig in genau diesen Überzeugungen lebt, mit denen er groß geworden ist und die ihm auch durch die Schule anerzogen worden sind. Dabei können beide durchaus voneinander profitieren, wenn keiner sich für wichtiger hält, als er tatsächlich ist. Denn ohne das eine funktioniert auch das andere nicht. Sprich: Was bringt dem Arzt seinen Doktor-Titel, wenn das Krankenhaus nicht gebaut wird, für das er arbeiten soll?
Und zudem ist es doch so, dass ein wissbegieriger, intelligenter Mensch sich auch selber fördert – einfach, weil es sein Bedürfnis ist. ,,Ein intelligentes Kind braucht die Schule, um Freunde zu finden. Und ansonsten einen Büchereiausweis. Punkt.” Natürlich ist das jetzt eine übertriebene Aussage, die doch aber den Grundkern trifft.
Neben einer guten Schulbildung ist es doch auch wichtig, dass man sich überlegt, wohin uns unser bisheriges Schulsystem geführt hat. Gymnasium, Realschule und Hauptschule – drei Schulen ohne jegliche Berührungspunkte. Und da wundert sich Mensch, dass unsere Gesellschaft immer größere Arm-Reich-Kluften erfährt und wir immer mehr in eine Klassifizierung rutschen, die so eigentlich ja niemand wollte… oder?
September 30th, 2008 um 14:50
[...] Konzept der “Restklassen”-Schule beizubehalten. Alternativen zur Abschaffung, wie z.B. die Gesamtschulen sind auch immer noch besser als der Status Quo. verwandte BeiträgeEssstörungen bei [...]
September 2nd, 2010 um 15:37
Hallo
ich bin gerade in Klasse acht(Hauptschule)!
ich will unbedingt in die Gesamtschule wechseln. Ich hatte probleme in 5-6 also mit dem verhalten. Ich bin vernünftig geworden 7-8 habe/Hatte ich keine Probleme mehr mit anderen . ich fühle mich einfach nicht wohl in dieser schule mir ist es peinlich wen mich jemand fragt auf welche schule gest du “Haupt” ich fühle mich auch dum. ich bin natürlich nicht dum. ich will wissen ob ich in die Gesamtschule wechseln kan am besten im halbjahr der klasse acht oder mittem im schuljahr es ist wichtig danke im vorraus
Januar 17th, 2011 um 01:39
hallo
ich bin gerade in klasse 5 und ich will unbedingt nach dem 1 halbjahr wechseln ich kann es einfach nicht mehr aushalten auf dem gymnasium ich bin erst neu daa aber es ist zu schwierig geworden und mächtig schlimm bitte hilft mir ich will auf die gesamtschule in wörrstadt bitte wenn was möglich ist bitte sagt bescheid ich pack es nicht mehr * HOLT MICH BITTE RAUS AUS DEM GYMNASIUM *
lg layla
Juni 12th, 2011 um 09:04
Vor allem darf man nicht vergessen, dass Deutschland nicht die Regel ist, sondern mit seinem mehrgliedrigen Schulsystem die Ausnahme. Anderswo lernen alle zusammen und das hat für alle Vorteile: man hat nämlich viel mehr Fächerauswahl und kann viel mehr Lebenserfahrung sammeln – das fängt an mit Outdoor education (wär gut für zappelige Kinder) bis hin zu Gärtnern,Autos reparieren,Tischlern und alles immer gleichberechtigt neben alten Sprachen. Statt festgelegter Profile ist es anderswo viel flexibler! In Deutschland splittet man alles immer auf – einer kriegt nur Hirn, ein andrer nur Hand — anderswo sieht man den GANZEN MENSCHEN!
und das geht danach weiter – viele Berufe in Deutschland wurden anderswo aufgewertet und fachlich erweitert – die wandern in die angewandten Wissenschaften – da hat man vieles gleich gestellt, was hier als niedrigere Tätigkeit gilt. Das sind dort alles immer öfter Bachelor und Master!
die stellen alles gleich – warum auch nicht?
anderswo gibts keine Förderschüler, es gibt keine Haupt – und keine Realschüler – dort gibt es eine Schule in der Gemeinde und dort gehen alle Kinder hin. Und das sind dort alles “students” und danach sind es ebenfalls alles “students” — da gibts keine Differenzierungen. Da kann man studieren was einem gefällt – da wird keiner sagen können, dass ist was für Dümmerere – ist alles gleichgestellt!
Juni 12th, 2011 um 09:10
anderswo wird Handwerk bereits studiert – das ist alles Bachelor und Master mit teilweise Option zum PhD und das wird immer öfter so sein. In den ersten Ländern ist es schon so… Bachelor and Master of carpentry, of haidressing, of automotive technology of applied science, of horticulture, of dental technology, of oral health, of nursing………….. lässt sich beliebig fortführen…. anderswo wandert es nach oben.
ist doch auch klar – früher brauchte der KFZ-Schlosser eine Anleitung mit 300 Seiten – heute gibts welche für den KFZ-Mechatroniker mit 40 000 Seiten – alle 5 Jahre verdoppelt sich insgesamt betrachtet das Wissen – das ist mit Wissensgesellschaft gemeint – ist nicht überall angekommen, weil man anderswo das 19. Jahrhundert konserviert.
Juni 12th, 2011 um 09:14
zumindest in vielen Gesamtschulländern wird es so sein — ist halt ne andere Kultur. Ich persönlich find das andere schöner, denn ich seh in erster Linie den Menschen und nicht wie in Deutschland oft den dummen Menschen
Juni 12th, 2011 um 09:21
das Ansehen ist in anderen Ländern auch ein anderes – ein Bekannter von mir hat in Australien mit als Zimmererpraktikant gearbeitet — das wird da nicht als Refugium für Lernschwache gesehen oder sogenannt “rein praktisch Begabte” – das ist für die gar kein Unterschied – das ist für die dort hoch qualifiziert und wird laut seiner Aussage super bezahlt!
Juni 12th, 2011 um 09:31
und auch ein Studium garantiert nicht immer einen guten Job – das ist nicht überall angekommen – so mancher Germanist hangelt sich von Praktikum zu Praktikum und verdient oft auch nur 2000 EUR Brutto – da kann mancher Handwerker schon besser verdienen – kommt natürlich auf den Bereich an, aber trotzdem.
es ist ein Irrtum, dass man mit Studium immer die besseren Aussichten hat. Deshalb wärs vernünftig es gleichzustellen, damit es nicht Ungleichgewichte gibt, wo es doch eine Bildungsexpansion gibt.
ich kenne auch einen arbeislosen Doktor der Biologie – der hat nie was gefunden trotz Schwerpunkt Mikrobiologie – da gibts anscheinend zu viele von.
Juni 12th, 2011 um 09:36
vielleicht sollten wir die Grenzen zwischen Hoch- und geringer Qualifiziert nicht so eng sehen – sie sind anscheinend künstlich konstruiert und beliebig.
Juni 13th, 2011 um 08:44
wollt ihr es sehen, was anderswo gleichgestellt ist und in Deutschland für Haupt- und Förderschüler und Realschüler sein soll. Anderswo lernen die Kinder zusammen, da kann man mit jedem Beruf ein Hochqualifizierter werden, ob ihr es mögt oder nicht, ist egal – denn es ist Tatsache und wohl Zukunft und viele deutsche Kinder werden gar nicht mitmachen trotz Globalisierung. Und viele bei euch sind schon lange Bachelor und Master und werden doch nie als solche bei euch anerkannt. Im EQR /DQR hat man sie schlicht unterbewertet. Ihr seid nicht die Regel und die anderen werden das ausweiten, die übernehmen nicht das deutsche Bildungswesen.
ihr wollt es ja nicht mal gleichstellen. sie sind euch zu gering qualifiziert und sie sind ja dümmer als Gymnasiasten, oder was war der Grund eures Bildungssystems? Scheint anderswo nicht so eng gesehen zu werden.
Juni 13th, 2011 um 08:58
der eine muss dem anderen nicht die Welt erklären, denn der Andere ist auch nicht dümmer – jeder Mensch ist anders
das ist alles spezifisches WISSEN – egal in welchem Bereich.