In Niedersachsen soll nun eine Klasse mit iPads ausgestattet werden, diese seien nicht nur praktischer, sondern auch robuster. Bezahlt wurde der teure Spaß von den Eltern.
Die Waldschule Hatten ist fortschrittlich und will demnächst eine ganze Klasse mit iPads ausstatten, um zu sehen, wie weit das Wundergerät von Apple die geistigen Höhenflüge der Schüler befördert.
Als Vorteile gegenüber – oftmals auch billiger bereit gestellten – Windows Computern liegt den Leitern nach klar auf der Hand: ein geringeres Gewicht, leichte Bedienbarkeit, Virenschutz und lange Haltbarkeit, auch bei grobem Umgang, der ja im Klassenbetrieb sicher mal herrscht.
Besonders die größtenteils kostenlosen Apps, die sich der Waldschule nach hervorragend für den Unterricht eignen, haben die Lehrer von dem Projekt überzeugt, finanziert werden diese teuren Geräte von den Eltern.
Auf dem Blog, der von der achten Klasse geführt wird, werden dann die Erlebnisse mit den Geräten notiert, Erfolge und Misserfolge, Nutzbarkeit und Praktikabilität sollen genau studiert werden.
Die Idee ist gut, allerdings stellt sich die Frage, wie sich das Projekt bei Gelingen bundesweit finanzieren lassen würde. Nicht alle Eltern haben den finanziellen Luxus, ihrem Kind ein iPad zu schenken und auch das Schulbudget wird sicher andere Dinge vorrangig abdecken wollen.
Bis jetzt ist Apple noch nicht durch sein Entgegenkommen mit Bildungsträgern aufgefallen, dahin gegen steht eindeutig Windows, die ihre Programme teilweise kostenlos für Schulen zur Verfügung stellen, in den USA statteten sie ganze Schulen mit einfachen Lerncomputern aus.
Dass diese nicht mit den Apple Produkten mithalten können, ist klar, gleichzeitig muss man sich auch fragen, wie sinnvoll die Gadgets und Apps wirklich zum Lernen sind.
Februar 18th, 2012 um 22:09
Hallo,
interessant, meinen Blog zusammengefasst hier wieder zu finden. Ich möchte aber zu Ihrem kritischen Fazit Stellung beziehen: Die Finanzierung der Pads liegt bei uns in den Händen der Eltern, NICHT in denen der Schule. Wir arbeiten seit mehreren Jahren mit elternfinanzierten Note- und Netbookklassen und führen dieses mit Tablets nun fort. Der Preis der Geräte ( incl. Leasing, Sozialfonds für finanziell schwach gestellte Eltern und 3 jähriger Versicherung) liegt deutlich unter dem aller bereits angeschafften Notebooks und auch Netbooks. Wie Sie den in unserem Blog veröffentlichen Presseberichten entnehmen können, arbeiten wir zufrieden und erfolgreich mit einem Partner zusammen, der sich hierauf spezialisiert hat. Kurzum, wir sprechen über etwa 20 Euro im Monat über 3 Jahre Laufzeit bei voller Garantie und Versicherung. Ein doch relativierender Betrag bei der ständig kritisierten hohen Preisgestaltung der Firma Apple, finde ich.
Februar 21st, 2012 um 16:30
Hallo Herr Hofmann,
Dass die Pads von den Eltern finanziert werden, steht so auch im Beitrag, die natürlich noch rein hypothetische Frage, die sich mir bei Gelingen des Projektes stellt ist, ob so ein Projekt fernab der Schulen, an denen Eltern sich so etwas leisten können (und ich denke, dass dieser relativierende Betrag in vielen sozial schwachen Familien eben nicht zu bewältigen ist) realisierbar ist. Ich finde den Ansatz sehr gut und befürworte es natürlich, wenn moderne Technik im Klassenraum zum Zuge kommt, da der Umgang damit oftmals zu kurz kommt. Aber ich denke, dass es nicht mehr als ein “Projekt” bleiben wird, da eine Umsetzung an allen Schulen (zumindest mir) unmöglich erscheint.