Pisabesieger

Schlauer als die Polizei erlaubt
 


Seit einigen Jahren schon ist dies ein immer wieder aufflammender Streitpunkt: Sollen Schüler einheitliche Kleidung tragen oder würde sie dies in ihrer Individualität zu weit einschränken? Heftige Kritiker gehen sogar soweit, die Befürwortung mit dem Nazi-Regime zu vergleichen!

Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern, als diese Diskussion ein Brennpunkt gewesen ist. Natürlich waren wir Schüler dagegen, dass wir uns einem – auch noch von Lehrern auferlegten! – Einheitsbrei unterordnen sollten, wo wir doch alle etwas auszudrücken hatten! Da waren die Punks mit ihren Nietenarmbändern, die Mädchen mit ihren sehr teuren und vor allen Dingen sehr pinken T-Shirts und die Kiffer mit ihren Dreads und zerrissenen Jeans.

Doch der eigentliche Aufhänger war schon nachzuvollziehen: Mein damaliger Schulkollege Peter kam regelmäßig mit einem T-Shirt in die Schule, auf dem gedruckt stand: ,,people = shit”. Unser Direkter verbot es ihm – Peter beschimpfte ihn als spießig. Wer von beiden hat Recht?
Ist so ein Kleidungsstück einfach nur provokant oder sollte man so weit gehen, zu sagen: Es ist diskriminierend?
Peter jedenfalls meldete sich von der Schule ab, trug sein heißgeliebtes T-Shirt auch weiterhin, während in unserer Schule fieberhaft überlegt wurde, inwiefern es sinnvoll ist, eine Schuluniform einzuführen.

Anzug © Pixelio/Stihl024

Ein Gesichtspunkt hierbei ist das Mobbing. So sollen junge Leute davor geschützt werden, anhand ihrer Bekleidung beurteilt zu werden und die Chance bekommen, sich anhand ihres Charakters und ihrer Persönlichkeit zu ,,beweisen". Andererseits werde man aber auch in seiner Individualität eingeschränkt, wo man doch anhand seines Äußeres auch sein Inneres ausdrücke.
Besonders hitzige Temperamente lehnen sich sogar so weit aus dem Fenster, die Einführung als den Versuch der absoluten Gleichstellung zu betiteln.

Eine schwierige Frage also, die so einfach nicht zu beantworten ist. Wobei meine damalige Schule diese Problematik ganz geschickt mit einem Kompromiss gelöst hat: Es wurde einfach ein einheitlicher Pullover eingeführt mit einem - von einer Schülerin entworfenen - Schullogo, der angeboten, aber nicht zum Pflichtprogramm gemacht wurde.

Ich für meinen Teil bin genau für so einen Kompromiss. Wieso denn immer gleich ins Extreme gehen? Wie wäre es denn, wenn man es einer Schule aus Hamburg nachmacht, die sich darauf geeinigt hat, dass die Schulkleidung erstens altersgemäß ist (also sich an der derzeitigen Mode orientiert), aus verschiedenen, wählbaren Objekten besteht und noch dazu von den Schülern einfach mitgestaltet wird?! So werden die direkt Betroffenen mit einbezogen und nicht einfach nur übergangen und zweitens müsste sich so niemand mehr durch ein T-Shirt, welches solch provokante Aufschriften besitzt, angegriffen fühlen. Problem gelöst und alle gehen glücklich nach Hause. Schade nur, dass es nicht so einfach ist.


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In fast jedem Land gibt es ein anderes Schulsystem, wichtig sollte immer die optimale Bildung sein. Es haben sich sehr gute Systeme einzelner Länder bewährt, was sich auch in entsprechenden PISA Studien widerspiegelt.

flag © flickr / Duchamp

Nach dem dritten PISA Test im Internationalen Vergleich, zählt Deutschland nicht unbedingt zu den besten Bildungssystemen. Warum einige ausländischen Bildungsprojekte offensichtlich besser sind als das deutsche System lässt sich anhand von Beispielen wie Japan und auch in Skandinavischen Ländern beweisen.

Das Kanadischen Schulsystem erwies sich ebenfalls als besser beim Abschneiden der besagten Studie und besticht durch ein anerkannt hohes Bildungsniveau. Es werden öffentliche und private Schulen in Kanada angeboten, das zieht sich vom Kindergarten bis hin zur Universität durch. Im Alter von 6 Jahren gehen die Kinder in eine zugewiesene Schule, da es keine freie Wahl gibt, sondern nach de jeweiligen Einzugsgebieten geordnet ist. Es gibt allerdings immer einige Ausnahmen, die eine selbständige Wahl zulassen. Die Möglichkeit eine private Bildungsstätte zu besuchen, steht jedem frei, ist aber mit hohen Kosten verbunden.sport team © flickr / GerryT

Im Unterschied zum Deutschen System wird in Kanada mehr Wert auf Sport und kreative Gestaltung gelegt. Dass die Kinder meist in eine Ganztagsschule gehen, scheint dem Bildungsstand positiv zu äußern, denn nicht umsonst schneidet das Land so gut in Test ab – die Bindung zur Schule ist daher auch sehr ausgeprägt. Eine optimiertere Variante bieten zudem die relativ kleinen Klassen, die eine individuellere Förderung ermöglichen.

Generell scheint es als ob in anderen Ländern ein größerer Fokus auf Freizeit-Aktivitäten gelegt wird, anders als in Deutschland. Die trägt wahrscheinlich zu besseren Leistungen im Ganzen bei. Die Schule als Gemeinschaft hat in Kanada einen hohen Stellenwert und fördert das interkulturelle Leben der Kinder, was nur von Vorteil sein kann.


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Früher bekam der Schüler die strafenden Blicke, wenn er anhand von schlechten Noten eine sogenannte ,,Ehrenrunde” drehen durfte, jetzt sind es die Lehrer, die die Tadel einstecken müssen. Sehr zum späteren
Leidwesen der Schulabgänger!

Buntstifte © Pixelio/Knipseline

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich fünfzehn und schwer pupertärend dem Rest der Welt meinen Stinkefinger zeigen musste. Mit verschrenkten Armen hockte ich Kaugummi kauend im Unterricht, während mein verdammt cooler Nietengürtel die sowieso schon klapprigen Stühle zerkratzte. Die Folge davon war natürlich abzusehen: Ich blieb sitzen. Und das zu Recht.
Denn mit einer sechs und zwei fünfen brachte ich ein tatsächliches Armutszeugnis mit nach Hause, jedoch lernte ich meine Lektion und nutzte meine ,,zweite Chance".

Doch ob das heute noch genauso wäre, ist bezweifelbar. Denn die Schulen, insbesondere die Gymnasien, bekommen immer mehr Druck von oben. Zum Beispiel möchte das Kulturministerium die Lehrkräfte dafür,,sensibilisieren", dass es keineswegs die Schuld der Schüler sei, wenn sie keine Leistung erbringen würden, sondern dass sie dann eben nicht ausreichend genug gefördert werden.
Schulen, deren ,,Durchfallquote" zu hoch liegt, wurden angedroht, dass sie eine beratende Funktion zur Seite gestellt bekämen.
Mit anderen Worten: Einen Kontrollbesuch abgestattet bekommen.

Natürlich sieht in so einer Situation jeder Direktor seine Karriere gefährdet, was wiederum Druck auf den einzelnen Lehrer zur Folge hat. Und was macht ein Lehrer, der seinen sicheren Arbeitsplatz bedroht sieht? Natürlich - er schummelt. Plötzlich gibt es auch in der gymnasialen Oberstufe wieder Noten für eine schöne Schrift und Aufgaben, die in einer Klausur von vielen nicht richtig gelöst wurden, fallen dann einfach unter den Tisch.

Aber das ein junger Mensch bei seinem Abschluss vielleicht nicht genügend Qualifizierung für eine Ausbildung oder einen Studienplatz besitzt - das interessiert hier offensichtlich niemanden.
Denn um überhaupt einen zu bekommen, muss man auch in der Lage sein, den Anforderungen einzelner Betriebe zu genügen - und daran scheitert es oft genug: So beklagen sich viele Unternehmer darüber, dass sie ungenügend Auszubildende hätten, dafür genug schlampige Bewerbungen.

Ich muss gestehen dass mich diese Tatsachen recht fassungslos machen, denn bei der Vorstellung, dass meine Lehrer mir meine ausgeprägten Launen hätten durchgehen lassen, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Anstatt zu lernen habe ich Papierschiffchen gebastelt und meine Mitschüler zum Lachen gebracht, aber dass genau solche Dinge jetzt einen jungen Menschen qualifizieren sollen, Abitur zu absolvieren, da wird mir ganz anders!
Seit einigen Jahren schon wird über die deutsche Schulpolitik gemosert, aber wirklich etwas passiert ist noch nichts - ganz im Gegenteil, anstatt in die Bildung zu investieren, wird destruktiv Druck gemacht, was aber nur eines konsequent zur Folge hat: Unsere Schule büßen stark an Qualität ein!


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Super Idee: Zum 10. Tag der Artenvielfalt bietet GEO einen Wettbewerb an, in dem Arbeitsgemeinschaften und Schulklassen beweisen dürfen, was für biologische Spürnasen sie sind. Dieser findet am 14. Juni 08 statt und fordert auf, unserer Natur bewusst näher zu kommen.

Erinnern Sie sich? Wie Sie damals mit einer Lupe bewaffnet über das Gras robbten und das Leben erforschten? Waren Sie eine besonders ausgekochte Sorte von Kind, so haben Sie vielleicht sogar kleine Ameisen anhand des Sonnenlichtes verkokelt oder Schneckenrennen veranstaltet. Ich persönlich habe ja immer kleine Frösche in selbst gebastelten Terrarien gehalten, aber das ist wohl eine andere Geschichte. Jedenfalls geht es bei diesem besonderen Tag darum, diese Neugierde erneut zu wecken und innerhalb von vierundzwanzig Stunden besonders viele Tier- und Pflanzenarten zu entdecken.
Diese Aktion ist sogar die größte Feldforschungsaktion ganz Mitteleuropas!

Der angesprochene Wettbewerb gilt für alle Schüler jeder Altersklasse, die mit Lehrer oder Experten bewaffnet das ,,Leben der anderen” dokumentieren möchten. Und hierbei ist Kreativität gefragt, denn es wird die beste Präsentation mit einer fünftägigen Klassenfahrt ins ,,Wildtierland” nach Mecklenburg-Vorpommern prämiert. Dabei haben die Schüler bis zum 10. Juli 2008 Zeit, ihre Ergebnisse einzusenden.Offensichtlich erfreut dieser Tag sich an außerordentlicher Beliebtheit: Im vergangenen Jahr machten über 20.000 Personen mit, dabei ist es egal, was für Vorwissen Sie mitbringen, wichtig sind hierbei eigentlich nur eine ordentliche Portion Neugierde, Spaß am Entdecken und natürlich das Auge fürs Detail. Ich jedenfalls hätte schon Lust darauf, wenn ich dabei denke, wieviel Spaß ich früher an solchen Exkursionen hatte. Auch, wenn ich heute keine Frösche mehr unter meinem Bett halten möchte. Die Katze tuts in dem Falle auch.

Natürlich gibt es auch eine Internetpräsentation, die Ihnen die Eckdaten noch einmal genauer zusammenfasst, falls Sie nun neugierig geworden sind. Ich wünsche Ihnen und Ihren Sprösslingen jedenfalls viel Spaß dabei!


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Laut einem Artikel des Spiegel vom 10. Mai hat die einst als letzte Rettung für Sitzenbleiber gestempelte Nachhilfe eine neue Funktion erhalten: Die des verlängerten Unterrichtes für durchschnittliche Schulkinder.

Danach nutzen viele Eltern die Nachhilfe auch, wenn keine gravierenden Probleme in der Schule vorliegen und investieren damit zusätzlich Geld in die Bildung des Kindes. Die Nachhilfe als zusätzliche Lernhilfe also.

Diese Beobachtung kann ich vom anderen Punkt des Geschäftes aus bestätigen. Ein Freund von mir gibt seit Jahren Nachhilfe in Mathematik, seine Haupteinnahmequellen haben sich von planlosen Erstsemesterstudenten zu motivierten Kindern gutsituierter Bildungsbürger gewandelt. Die Nachhilfe ist also immer mehr zur “Zusatzhilfe” geworden.

Ich sehe das nicht so schlimm, wie der Spiegel es malt. Es stimmt schon, dass die Eltern ihre Kinder durch Nachhilfe in der Konkurrenzsituation “Schulklasse” besser darstehen lassen und dass weniger gutsituierte Eltern diese Möglichkeit nicht haben. Trotzdem beeinflusst das Abschneiden der Kinder in früheren Klassen über durchschnittliche Leistungen hinaus die Abiturleistung bestenfalls marginal. Natürlich, mit einer sehr schlechten Leistung kommt das Kind nicht aufs Gymnasium, aber alles darüber hinaus ist meiner Meinung nach überflüssige Kosmetik.

Da sollten die Eltern der Kinder lieber mehr Geld für Schulbücher ausgeben und ansonsten Zeit mit ihren Sprösslingen verbringen, um ihre sozialen Fähigkeiten zu stärken. Der Zeitpunkt, wo es auf das Lernen wirklich ankommt, beginnt meiner Meinung nach erst ab der 9. Klasse.


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Vom 11. bis zum 16. Mai 08 findet die 59. Intel International Science and Engineering Fair in Atlanta, Georgia, statt und zwei der besten deutschen Nachwuchsforscher werden dabei sein, wenn es darum geht, sich bei mehr als 1.500 jungen Talenten aus 45 Ländern durchzusetzen.

Jugend forscht ist sicherlich nicht nur mir ein Begriff, ich muss da immer sofort an zweckentfremdete Zahnbürsten denken, die mir plötzlich meine Zeitung bringen oder an kleine, nette Roboter, die mir ein Marmeladenbrot schmieren können, kurzum: Was gibt es noch nicht, was kein Mensch braucht? Jedoch muss ich zugeben, dass Martin Maas und Dominik Schubert im quasi noch schulpflichtigen Alter wirklich etwas geleistet haben im vergangenen Jahr und sich auch zu Recht für das große Spektakel in Atlanta qualifiziert haben, denn ihre Projekte gehen weit über das Zahnbürstenniveau hinaus und könnten tatsächlich sogar bahnbrechend sein: Während Martin unsere Datensicherheit im Internet verbessert, hat Dominik aus völlig einfachen Mitteln, zum Teil aus dem Baumarkt, ein abbildendes Spektrometer konstruiert, welches Mineralien identifizieren und verunreinigtes Wasser erkennen kann. Das funktioniert, weil diese Technik nicht einfach nur wie eine Digitalkamera aufnimmt, sondern auch die Farbzusammenstellung aller Pixel analysiert.

Dieses Wochenende müssen die Jungs dann in 18 Wettbewerbsdisziplinen vor einer internationalten Expertenjury beweisen, was in ihnen und ihren Neuheiten steckt, um dann Preise im Wert von vier Millionen US-Dollar und/oder Stipendien zu gewinnen. Ziel dieser ganzen Geschichte soll die Förderung junger Neugierde sein und die Zusammenarbeit des Nachwuchses. Wessen eigene Neugierde jetzt geweckt ist, kann sich auf den 16. Mai freuen, denn da findet die ,,Siegerehrung” im Georgia Wolrd Congress Center statt. Wie es geht, haben die Sieger beim Jugend Forscht 2007 schon erfolgreich vorgemacht.

Ich persönlich ziehe meinen Hut vor soviel Entdeckerlust, die sich so konstruktiv äußert. Immerhin, wir – die jungen Leute – sind ja angeblich auch die Zukunft, so gesehen finde ich es wirklich klasse, was für Gedanken sich die beiden gemacht haben, wie sie unser Leben auf positiver Art und Weise verbessern und sicherer gestalten können. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was junge Köpfe imstande zu leisten sind, wenn sie sich von den ausgetrampelten Pfaden weg bewegen und neue Wege gehen. Aber wie war das noch? ,,Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen.” – Das sollten wir uns viel öfter zu Herzen nehmen.


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Hartnäckig hielt sich das Vorurteil, dass ,,Latein” – insbesondere an unseren Schulen – immer mehr zu einer toten Sprache mutiert, da sie im alltäglichen Gebrauch nicht mehr einsetzbar ist. Doch da liegt der Volksmund falsch: Denn dieses Sprachfossil wird in Japan – dem Trendsetter schlechthin – schon seit längerer Zeit für eine absolute ,,In”-Sprache gehalten.

Als ich ,,damals” noch die Schulbank drückte, durfte ich mich in der siebten Klasse auch entscheiden, welche Sprache ich lernen möchte: Französisch, Dänisch oder Latein? Ich entschied mich für Dänisch, aber brauchte diese Sprache natürlich niemals wieder, außer dem einen Male, als ich mit meiner besten Freundin in Dänemark in irgendwelchen Dünen mit dänischen Jungs verzweifelt darüber zu debattieren versuchte, ob wir uns nun den Sonnenuntergang ansehen oder doch lieber in die Disco gehen wollen.
Heute kann ich noch ,,klassevejret” sagen, was soviel wie Klassenzimmer bedeutet, aber dann hört es auch schon auf.

Aber Latein? Latein, das war doch die Sprache der Ärzte, der Anwälte und der Biologen? Mein Vater klärte meine Neugierde mit den Worten: ,,Latein lernt man nur, um akademisch anerkannt zu sein” auf und damit war das Thema für mich erst einmal erledigt. Latein sei eine tote Sprache, die kein Mensch mehr braucht, heute verständigt man sich gefälligst auf englisch oder französisch und damit basta!
Doch ganz so einfach, wie uns der Volksmund das weiß machen will, ist es wohl doch nicht, denn wie oben schon erwähnt, ist diese vom Aussterben bedrohte Sprache in Japan stark im Kommen, wie auch Paul Wakai verdeutlicht

Dieser Mann vergleicht diese nämlich mit der derzeitigen ,,Manga-Welle”, die Deutschland vor einigen Jahren ja auch sinnflutartig überrollt hat. Und das soll schon was heißen, denke ich doch dabei bangend an die fünfhundert Bücher in den Regalen meiner kleinen Schwester. Wenn Latein genauso ,,modern” wird, werde ich noch viel heftiger bereuen, Wörter wie ,,klassevejret” gelernt zu haben und bei dem Klassiker nicht mithalten zu können.

Ein weiteres Indiz für das Wiedererstarken ist die Tatsache, dass auch in unseren Schulen die Sprache wieder mehr populärer wird: So lernen derzeit circa 28 Prozent aller Schüler dieses Fach, wobei diese Zahl stetig anwächst, denn es kommen pro Jahr rund 500 – 1.000 Schüler hinzu, die sich für diese angeblich begrabene Sache entscheiden.

Aber auch all diejenigen, die wie ich aus der Schule schon raus sind, müssen nicht darüber zittern, nicht mehr ,,trendy” zu sein: Auch gibt es immer mehr Volkshochschulkurse, die hinsichtlich dieser Problematik Abhilfe schaffen können.


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Das Magazin FOCUS-Schule plant, eine Schuldatenbank von Deutschland zu erstellen. Zu diesem Zweck erhielten in einigen Bundesländern Elternvertreter, Schüler und Lehrer Fragebögen, die über den Zustand der Schule Auskunft einholen sollen.

Was FOCUS mit der Datenbank vorhat, ist noch nicht klar. Die GEW, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, brachte das Magazin mit einem Ranking in Verbindung – und handelte sich prompt eine Unterlassungsklage ein. Offensichtlich sind die FOCUS-Macher peinlich darum bemüht, die Schuldatenbank nicht mit dem Wort “Ranking” in Verbindung zu bringen. Von Seiten der GEW wurde aber nicht klein beigegeben, sondern im Gegenteil nur noch lauter protestiert. Eine landesweite Schuldatenbank gehöre nicht in die Hände eines Politmagazins, hieß es da. Jetzt wurde auch von Seiten bayerischer Elternvertreter ein Aufruf gestartet, die FOCUS-Erhebung zu boykottieren.

Es ist ja tatsächlich fraglich: Was will FOCUS mit den Daten, wenn nicht eine neues TOP-500-Story rausbringen? Hat so ein Blatt überhaupt das Recht oder die Expertise, um Schulen zu beurteilen? Hier soll aus den teils katastrophalen Verhältnissen an deutschen Schulen Kapital geschlagen werden.

Die Vision: Hilflose Eltern wenden sich in ihrer Not an FOCUS und finden die Schule, die zu ihrem Kind am Besten passt.

Die Realität, vor allem wenn tatsächlich ein Ranking durchgeführt werden sollte: Die Schule, die am Besten abschneidet, wird hoffnungslos überlaufen.

Wirkliche Verbesserungen für die Kinder werden sich nicht bieten. Einige Schulen werden bevorzugt, andere nicht berücksichtigt. FOCUS wird um ein paar Euro reicher sein, die Bildungslandschaft Deutschland wird Integrität und Seriosität noch mehr als bisher vermissen lasssen.

Deswegen bin auch ich gegen die FOCUS-Datenbank und hoffe inständig, dass von Seiten der Kultusministerkonferenz endlich regulierende Maßnahmen getroffen werden.


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Langenscheidt Logo wikipedia ©Langenscheidt

Die Wörterbücher der Firma Langescheidt mit ihren charakteristischen gelben Bücherumschlägen genießen bei Schülern und Studenten einen großen Grad der Anerkennung. Dank dieser Popularität möchte sich die Firma ihr Renommee zu nutzen machen und hat jetzt einen Video-Wettbewerb ins Leben gerufen, der die Kreativität der Schüler fördern soll.

Im Mittelpunkt stehen, wie soll es auch anders sein, die Wörterbücher von Langenscheidt. Aufgabe für die Schüler der der 5.-13. Klasse bzw. alle Jugendlichen zwischen zehn und zwanzig Jahren ist es, rund um das Wörterbuch eine kreative Geschichte zu entwerfen. Zudem muss die Länge des Videos unter drei Minuten liegen auf den gängigen Videoportale youtube.de, myvideo und clipfish zu sehen sein. Noch bis zum 31. Oktober diesen Jahres haben die jungen Filmemacher Zeit, ihr Werk für den Wettbewerb einzureichen.

Lohnenswert ist die Sache allemal, denn mit einem Preisgeld von 1.000 Euro kann ein Schüler schon jede Menge anfangen. Außerdem stellt die Firma Nintendo fünf Nintendo DS zur Verfügung, wo schon ein Langenscheidt Wörterbuch integriert ist.

Eigentlich keine schlechte Gelegenheit, um seine Kreativität in Sachen Film unter Beweis zu stellen. Da generell täglich tausende Videos in der Freizeit eingestellt werden, kann man auch an dieser Stelle mit einer hohen Beteiligung rechnen.


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Die Probleme, die momentan gerade in Finnland diskutiert werden, hätte Deutschland gerne. Der Pisa-Champion Finnland sieht sich einer Problematik gegenüber, die ihre Ursache weniger im Bildungssystem selbst hat als in der Erziehung.

Während in Deutschland schon strukturelle Probleme das Bildungssystem belasten, klagen die Lehrkräfte in Finnland über mangelnde Unterstützung aus dem Elternhaus und über die steigende Klassenkapazität. In Finnland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Klassenstärke keinesfalls die Zahl 20 übersteigen sollte, um eine individuelle Förderung eines jeden Kindes zu gewährleisten. Zudem sind die Lehrkräfte verpflichtet, engen Kontakt zum Elternhaus zu pflegen. Nun wird von den Lehrern geklagt, dass für viele Eltern die Erziehung mit Abgabe des Kindes an der Schultür endet und somit der Job des Lehrers immer schwieriger wird, die Belastung steigt und weniger Vorbildung existiert.

Da in Finnland jedes Kind wichtig ist und die Finnen aufgrund der Tradition eine hohe Erwartungshaltung gegenüber ihrem Bildungssystem haben, scheint sich diese Debatte weiter zu verschärfen. Nun beschreiben die Lehrkräfte aber immer wieder von Verhaltungsstörungen bei den sieben- bis zwölfjährigen Schülern, deren Ursache in erster Linie der ausgeprägte Egoismus ist. Jedes der Kinder möchte individuell im Mittelpunkt des Lehrauftrages stehen. Zudem werde seitens des Elternhauses dem Kind schon eine Richtung vorgegeben, wo schon in jungen Jahren Berufswünsche wie eine Führungsposition im Business Consulting keine Seltenheit sind.

Mit derartigen Ansprüchen steigt selbstverständlich die Belastung der Lehrer, die immer mehr über fehlende Motivation und eine zu hohe Stundenzahl klagen. Für Deutschland ist dies Jammern auf hohem Niveau, für Finnland hingegen ist dies eine Gefahr für die hohen Anforderungen des Bildungssystems. Weil man sich in Finnland dieser Problematik bewusst sind, wird es in naher Zukunft weitere Veränderungen geben – wieder einmal vorbildlich!


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