Die geplante schwarz-grüne Schulreform in Hamburg ist am letzten Sonntagabend durch einen Volksentscheid gescheitert. Doch wie geht es nun weiter?
Die Schulreform in Hamburg wurde von der schwarz-grünen Koalitionsregierung im April 2008 in einem Koalitionsvertrag ausgehandelt und im Oktober 2009 durch die Hamburgische Bürgerschaft beschlossen.
Die Schulreform in Hamburg – Die geplanten Neuerungen
Weitere Punkte der Schulreform in Hamburg:
Warum die Schulreform in Hamburg scheiterte
Die Befürworter der Schulreform in Hamburg sahen darin eine Chancengleichheit für jeden Schüler. Denn die Primarschule bildet die Grundlagen für die weiterführenden Schulen und deshalb ist es für sie wichtig die Zeit zu verlängern, um den Reifeprozess der Kinder zu stärken. Außerdem sind sie der Meinung, dass viele Kinder viel zu früh auf die falsche weiterführende Schule von ihren Eltern geschickt werden.
Die Reformgegner, die Bürgerinitiative „Wir wollen lernen!“, argumentierten vor allem damit, dass sie keine Erfahrungswerte für diese Schulform vorliegen haben und ihre Kinder als Versuchskaninchen von der Politik missbraucht werden. Weiterhin meinten Sie, dass das Leistungsniveau in den Klassen sinken wird, da es in einer Primarschule nicht die gleiche fachliche Förderung gibt wie an den weiterführenden Schulen.
Am 18. Juli 2010 war es dann endlich soweit, der Volksentscheid stand vor der Tür. 276.304 Bürger sprachen sich gegen die Reform aus und 218.065 waren für die Einführung einer Primarschule. Ein klarer Sieg der Bürgerinitiative.
Wie geht es mit der Bildungspolitik in Hamburg weiter?
Die schwarz-grüne Koalition war sich anscheinend zu sicher den Volksentscheid zu gewinnen. Denn der Prozess aus den Grundschulen Primarschulen zu machen, war schon so gut wie abgeschlossen. Außerdem hatten sich 23 Starterschulen dazu entschlossen Primarschulen zu werden. Dieser Prozess muss nun von der Schulbehörde gestoppt werden. Sie sollen als Versuchsschulen weiter machen, um Erfahrungswerte zu sammeln.
Die Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) macht trotz der Niederlage beim Volksentscheid über die Schulreform weiter und will die Bildungspolitik in Hamburg grundlegend sanieren: