Die Diskussion über unser Schulsystem ist wieder einmal eskaliert: Die Grünen kritisieren Merkel und fordern weitere Investitionen in die Zukunft unserer Bildung.
Aufgrund der Sachlage, dass es zuviele junge Leute gibt, die die Schule ganz abbrechen, es zu wenig Studenten und zu viele Hauptschüler gibt, die perspektivlos sind, schlugen die Grünen vor, den Solidaritätszuschlag für den Osten in einen sogenannten ,,Bildungssoli” umzuwandeln. weiterlesen »
Viele Schüler klagen über zuviele Hausaufgaben, zu wenig Freizeit, würden lieber Fußball spielen anstatt zu lernen. In China ist das anders. Auch heute sind viele Unterrichtsmethoden veraltet, alte Traditionen werden oftmals aus Angst und Achtung nicht gebrochen.
Dass die Chinesen besonders leistungsbereit sind, ist keine Neuigkeit. Aber auf heranwachsenden Schülern liegt oftmals ein großer Druck, dem sich nur die wenigsten entziehen können. weiterlesen »
Zwar schon länger her, aber immer noch gut: In Hamburg dachten sich Studenten eine besonders provokante Art der Demonstration aus und gründeten das sogenannte ,,Studentenbaby”.
Da lag ein himmelblauer Flyer in meinem Fahrradkorb mit einem süßen Kleinkind bedruckt. Die Information auf dem Blatt war nur dürftig: Da war von Babys die Rede, Studentengebühren und Studentinnen, die helfen wollen. Aha. Ein Klick auf die damalige Webseite eröffnete: Für 500 Euro, also die Gebühren für ein Studien-Semester, würde eine Studentin nach Wahl als Leihmama fungieren. weiterlesen »
Laut einem Artikel des Spiegel vom 10. Mai hat die einst als letzte Rettung für Sitzenbleiber gestempelte Nachhilfe eine neue Funktion erhalten: Die des verlängerten Unterrichtes für durchschnittliche Schulkinder.
Danach nutzen viele Eltern die Nachhilfe auch, wenn keine gravierenden Probleme in der Schule vorliegen und investieren damit zusätzlich Geld in die Bildung des Kindes. Die Nachhilfe als zusätzliche Lernhilfe also.
Diese Beobachtung kann ich vom anderen Punkt des Geschäftes aus bestätigen. Ein Freund von mir gibt seit Jahren Nachhilfe in Mathematik, seine Haupteinnahmequellen haben sich von planlosen Erstsemesterstudenten zu motivierten Kindern gutsituierter Bildungsbürger gewandelt. Die Nachhilfe ist also immer mehr zur “Zusatzhilfe” geworden.
Ich sehe das nicht so schlimm, wie der Spiegel es malt. Es stimmt schon, dass die Eltern ihre Kinder durch Nachhilfe in der Konkurrenzsituation “Schulklasse” besser darstehen lassen und dass weniger gutsituierte Eltern diese Möglichkeit nicht haben. Trotzdem beeinflusst das Abschneiden der Kinder in früheren Klassen über durchschnittliche Leistungen hinaus die Abiturleistung bestenfalls marginal. Natürlich, mit einer sehr schlechten Leistung kommt das Kind nicht aufs Gymnasium, aber alles darüber hinaus ist meiner Meinung nach überflüssige Kosmetik.
Da sollten die Eltern der Kinder lieber mehr Geld für Schulbücher ausgeben und ansonsten Zeit mit ihren Sprösslingen verbringen, um ihre sozialen Fähigkeiten zu stärken. Der Zeitpunkt, wo es auf das Lernen wirklich ankommt, beginnt meiner Meinung nach erst ab der 9. Klasse.
Dieser sehr interessante Artikel erschien am 11.04.2008 im Tagesspiegel. Es geht darin um die Differenz zwischen der Leistung der Kinder an deutschen Grundschulen und dem, was 15jährige nach dem Aufteilungsschritt zum Grundschulende zu leisten im Stande sind.
Bewegt sich Deutschland bei den jüngeren Schülern im europäischen Spitzenbereich, so sackten die Vergleichswerte bei Betrachtung der älteren Schüler schnell in katastrophale Regionen ab. Der Tagesspiegel nennt als Grund das deutsche Schulsystem und Mängel in der Unterrichtsgestaltung. Konkret sei das Schulsystem viel zu differenziert und es sei eine Reform notwendig, die weniger verschiedene Schulen hinterlasse. Außerdem sei innerhalb der einzelnen Schulen eine höhere Differenzierung zwischen “guten” und “schlechten” Schülern notwendig, die dann nicht nach Klassen, sondern nach Leistung unterrichtet werden sollen.
Wie ich finde, ist das ein wirklich wichtiger Punkt, was das deutsche Bildungssysstem angeht. Wir haben im Moment eine Grundschule, der die Aufteilung in Sonderschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule folgt. Dabei ist zumindest die Trennung zwischen Haupt- und Realschule meiner Meinung nach vollkommen sinnfrei.
Wer heutzutage Hauptschüler ist, kann sich die Aussichten auf eine Ausbildung schenken und wird meistens von vollkommen überforderten Lehrkräften unterrichtet. Das Gymnasium ist in seiner früheren Exklusivität so schon lange nicht mehr vorhanden. Wo leere Klassenzimmer zunehmend Realität werden, ist eine Zusammenlegung außerdem ökonomisch sinnvoll.
Eine Zusammenlegung der einzelnen Schulen ist nur auf den ersten Blick unmöglich. Würde nämlich auf den Schulen nach Leistung unterrichtet, und so nicht dem überkommenen Hierarchie-Gedanken (“du lernst wenig, dir bringen wir nichts bei!”) gefröhnt, dann würde nicht eine Hälfte der deutschen Jugend bei der Schulbildung unter den Tisch fallen. Gleichzeitig wäre ein Exzellenz-Unterricht mit Hochbegabten möglich.
Damit das so durchführbar wäre, müsste man den Lehrern, die sich mit anstrengenden Schülern auseinandersetzen, genausoviel oder sogar mehr bezahlen. Wer will denn im Moment mit den Kindern arbeiten, die Mathe nicht sofort verstehen, aber gleichzeitig rotzfrech sind? Ohne Anreize wird das nichts. Außerdem wären Fortbildungsprogramme für die existierende Lehrerschaft notwendig, weil die teilweise nicht mal mehr ungenügende Qualifikationen im Umgang mit Jugendlichen aufweist.
Klar, dass die Politik diese Ausgaben und den damit verbundenen Trubel scheut, lieber wird weiterhin in alten Bahnen vor sich hingepaukt, ohne dass irgendwelche Verbesserungen in Sicht wären.
Es war einmal die Lernmittelfreiheit, …
… aber sie gehört schon lange ins Reich der Märchen. In den skandinavischen Ländern wird übrigens jeder Bleistift, den ein Schüler oder Student braucht, vom Staat erstattet – optimale, chancengleiche Bildungspolitik.
Wer aber in Deutschland die Schule besucht oder studiert, auf den kommen hohe finanzielle Umkosten zu. Früher halfen Schulbuchbasare; aber inzwischen verändern die Schulbuchverlage ihre Bücher mit jeder Auflage so umfassend, dass es kaum mehr möglich ist, mit demselben Buch in verschiedenen Auflagen den Unterricht zu gestalten: Aufgabe 11 auf Seite 7 ist in der nächsten Auflage schon Nr. 3 auf Seite 29, und anschließend … und so weiter. Zu Recht frustrierte Lehrer bestehen darum oftmals auf einer einheitlichen Auflage für die ganze Klasse. Das ist, auch wenn es mitunter teuer werden kann, vernünftig. Manch ein Guerilla-Lehrer lässt natürlich auch gar kein Buch mehr anschaffen und kopiert oder diktiert Aufgaben – aber soviel Widerstand ist bei vielen Pädagogen, die ein Dutzend Klassen gleichzeitig unterrichten müssen, ein bisschen viel verlangt.
Wie kann ich trotzdem Geld sparen?
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Du trotzdem exorbitante Kosten bei der Anschaffung Deiner Schulbücher vermeiden kannst: Entweder stürzt Du Dich ins unübersichtliche Dickicht der Internet-Tauschbörsen und -buchhändler. Das kostet zwar etwas Zeit, aber oft genug findet man nach einer Weile interessante Angebote. Oder – bzw., und/oder – Du informierst Dich mal über Bezuschussung. Schülerbegabtenförderung dürfen nämlich wesentlich mehr Leute beantragen, als sich dessen bewusst sind. In der Verwaltung Deiner Schule muss es jemanden geben, der sich mit den Förderungsprogrammen auskennt. Die Bewerbungen sind meist halbwegs einfach; anschließend verlangt man von Dir eine Aufstellung der Summen, die Du für Lernmittel ausgeben musst – und im besten Fall springt eine monatliche Förderung für Dich heraus. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich zu erkundigen! Schon ein solider 2er-Schüler hat gute Chancen.
Wachstum, Innovation und Konkurrenzfähigkeit für die Wirtschaft ermöglichen – selbstbewusste, mündige und kritische Bürger für die Demokratie erziehen – Ziele der Bildung und damit auch der Bildungspolitik sind zahlreich. Doch wer bestimmt die Bildungspolitik, wer ist verantwortlich für Pisa und Bildungsarmut?
In der aktuellen politischen Diskussion wurde gerade auf Seiten der CDU der Ruf laut mehr Verantwortung für die Bildung an den Bund zu geben und gleichsam eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern zu beginnen. Aber vieviel Einfluss hat eigentlich der Bund? Was bestimmen die Länder und warum?
Die Bundesrepublik Deutschland ist im Gegensatz zu zentralistischen Staaten wie Frankreich ein föderalistischer Staat. Die Bundesländer sind autonom und nur zum Bund zusammengefasst. Ihnen obliegt nach Artikel 30 des Grundgesetzes auch die Erfüllung der staatlichen Aufgaben solange es keine weitere Regelung gibt. Im Bereich der Bildung gibt es zusätzlich noch den Begriff der Kulturhoheit, der den Ländern die primäre Zuständigkeit im Bereich von Bildung und Kultur zuschreibt.
Der Bund hat rein rechtlich gesehen überhaupt keinen Einfluss. Er kann lediglich Empfehlungen aussprechen. Eine tatsächliche Mitbestimmung der Bundesregierung könnte also nur über eine Vervassungsänderung erreicht werden. In der Kultusministerkonferenz versuchen die jeweils zuständigen Landesminister die Koordiniereung der Bildungspolitik. Dennoch sind die unterschiede in der Bildung so hoch, dass der UN-Beauftragte Vernor Munoz im Februar 2006 scharfe Kritik in Bezug auf die Chancengleichheit übte. Besondeers die Abhängigkeit der Bildungsqualität von der finanziellen lage des jeweiligen Bundeslandes besorgte Munoz.
Ein schier endloser Streit entzündet sich im Rahmen der Bildungspolitik in Deutschland an der Diskussion um die richtige Schulform. Wie die Pisa-Studien der vergangenen Jahre bereits belegt haben, gelingt es in Deutschland wesentlich schlechter, alle Bevölkerungsschichten sinnvoll in die vorhandene Bildung einzufügen.Laut Statistiken schafft es nur ein Kind von Zwölf der Arbeiterklasse ein Hochschulstudium abzuschließen. Dem in Deutschland existierenden Bildungssystem wird angelastet, junge Menschen der unteren Klassen frühzeitig zu selektieren und zudem Migrantenkinder vollkommen außen vor zu lassen. Bildungsgerechtigkeit sei angesichts der drei Schulformen Gymnasium, Realschule und Hauptschule nicht gegeben, zu früh werden Kinder in das Umfeld eines dieser Schulformen gegeben, ohne ihre perspektivische Entwicklung abzuwarten. Wissenschaftlich sei es an einzelnen Beispielen durchaus belegt, dass Kinder auch nach der sechsten Klasse ein erheblicher Leistungssprung zuzutrauen ist.
Eben diese Debatte entzündete sich schon in den 70er Jahren, wo mit der Einführung der Gesamtschulen als Brücke zwischen den Schulformen das eigentliche Problem behoben werden sollte. Laut anerkannter Bildungswissenschaftler scheitern die Gesamtschulen aber bereits an ihren Ansprüchen und ihrer Wertigkeit. Das Abitur an Gymnasien wird von Firmen und der Gesellschaft wesentlich höher bewertet als eines, das an einer Gesamtschule erworben wurde. Mit dem Einheitsabitur soll aber auch diese Ungleichheit aus der Welt geschafft werden.
Entscheidend für den Bildungsabschluss der Kinder ist vor allem das Elternhaus. Besteht dort die Möglichkeit, auf Wissensressourcen zurückzugreifen, die dem Kind helfen können und sind die Familien in Lage den Bildungsweg zu fördern, gelingt auch ein höherer Abschluss. Die Risikobereitschaft sowie die begrenzten finanziellen Mittel der unteren Klassen sowie Migrantenfamilien reichen aber in der Regel nicht aus, um den langen Bildungsweg des Kindes zu unterstützen. Am Ende muss einfach die Förderung begabter Kinder stehen, das Erkennen von Potenzialen ermöglicht eine wesentliche Verbesserung beim Thema Bildungsgerechtigkeit.