Pisabesieger

Schlauer als die Polizei erlaubt
 


Die geplante schwarz-grüne Schulreform in Hamburg ist am letzten Sonntagabend durch einen Volksentscheid gescheitert. Doch wie geht es nun weiter?

Grundschule stefan.eissing ©Flickr

Die Schulreform in Hamburg wurde von der schwarz-grünen Koalitionsregierung im April 2008 in einem Koalitionsvertrag ausgehandelt und im Oktober 2009 durch die Hamburgische Bürgerschaft beschlossen.

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Schuldirektoren immer weniger

Autor: Julia
abgelegt in: Allgemein

,,Lehrer sind Mangelware” - eine häufig zitierte und mittlerweile sehr geläufige Schlagzeile, die Deutschland seit einiger Zeit regelrecht verfolgt. Aber was das für einen Wellenkreis nach sich zieht, ist den wenigsten bekannt: Nicht nur Lehrer sind Mangelware. Die Direktoren der Schulen sind es ebenfalls.

Schuldirektoren werden weniger. Häufig dauert es über ein halbes Jahr, bis eine freie Stelle überhaupt neu besetzt werden kann. Es reißt sich Schuldirektor © Pixelio/becksulliniemand um den größten Schreibtischstuhl im Lehrerzimmer, im Gegenteil. Dieser mehrfach Belastung will sich niemand mehr aussetzen. Schon gar nicht für die laue Bezahlung. Da ist es doch viel bequemer, in seiner kleinen Lehrerbeamtenrolle zu verweilen, die Schüler ein bisschen zu gängeln und abends den Feierabend zu genießen, soweit es möglich ist.

Und die Schule? Tja. Deren Konzept wird immer löchriger. Und die Schüler unmotivierter, weil sie die kontra-Produktivität durchaus im Klassenzimmer spüren, wenn der Lehrer lustlos seufzend auf der Tafel herum malt. Aber nicht nur die Unterbezahlung und die psychische Belastung sind ein Problem. Demnächst gehen einige derzeitige Direktoren in Rente und erfreuen sich an bezahlter Arbeitslosigkeit, während unsere Politiker langsam in heiße, berechtigte Panik geraten. Denn da ist kein Nachwuchs in Sicht, der sich motiviert auf den Stuhl schwingen und die Schulen aufpäppeln wird. Nein. Gähnende, staubige Leere in den Schubladen, die für die Bewerbungsunterlagen angedacht waren. Stellen werden mehrmals ausgeschrieben, bis überhaupt jemand sich meldet. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. weiterlesen »


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Eine der neuen Schul-Reformen beschloss, dass Schüler künftig schon ab der zwölften Klasse Abitur absolvieren und nicht erst nach der dreizehnten. Eine stark umstrittene Reform, die Deutschlands Klassen da überspülte und ich frage mich, was für Konsequenzen diese Welle hat.

Da werden heftige Vorwürfe losgelassen, auf unsere Bildungspolitiker, die sich das von ganz oben ausgedacht haben: Kinder verlieren ihre Kindheit, könnten nicht mehr spielen, hätten keine Freizeit. Hobbys würden aufgegeben und nur noch gelernt werden.Auch soll der Druck auf den ,,Kleinen” zu hoch sein, denn was damals in neun, muss nun in acht Jahren gelernt werden. Bis nachmittags Unterricht und wenn nach Hause gekommen wird, müssen noch Hausaufgaben erledigt werden.

Dabei wird oftmals schnell außer acht gelassen, dass wir - was Pisa und co. betrifft - in Europa ganz weit hinten liegen. Unser Schulsystem ist ein längst rostiges Gebilde aus einer europäisch gefühlten Steinzeit - und eben längst überholt. Bis nachmittags Unterricht - wieso denn nicht, bei ausreichender Mittagspause? Der junge Mensch ist mit Freunden zusammen, hat auch künstlerische, sportliche oder freizeitgestalterische Fächer, kann sich also auch hier ,,austoben” und wird zudem gefördert!
Des Weiteren gab es ja auch eine Reform des Lehrplanes. Sozialpädagogisch verteilter Lernstoff, der auch noch einmal ,,entstaubt” wurde und nun im neuen Anstricht erscheint. Vielleicht sind viele Fächer nun etwas kompakter gehalten, jedoch eben so strukturiert, dass der Schüler im Grunde genommen keine wirklichen Probleme bekommen kann. Und was den Nachmittagsunterricht betrifft - wie ist das mit Hauptschülern, die in der Regel schon mit siebzehn eine Lehre beginnen und bis in den frühen Abend arbeiten? Da schwingt niemand protestierende Fähnchen und auch keiner grummelt über verpasste freie Zeiten.

Ich finde die Reform gut. Denn sie markiert vielleicht einen klitzekleinen ersten Wendepunkt in unserer Bildungspolitik. Mal davon abgesehen, dass es auch Chancen beinhaltet, früher ,,fertig” zu werden. Ein Jahr Ausland? Oder doch lieber erst einmal jobben? Alles kein Problem mehr, wenn der junge Heranwachsender nicht unter Zeitdruck steht. Im Gegenteil. Er kann sich entspannt und ausgiebig der Planung seiner Zukunft widmen ;-) .


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