,,Der Philip stört andauernd den Unterricht!” – Bei so einem Satz schrillen schnell die Alarmglocken vieler Eltern. Da fluten Schlagworte wie ,,Hyperaktivität” oder ,,hochintelligent” die erhitzten Köpfe und es wird herum gerätselt, was nicht stimmt, mit dem Jungen. Einfach nur faul oder tatsächlich hochbegabt?
Ich entsinne mich noch genau, wie mein sechsjähriger Bruder mich vor versammelter Mannschaft völlig blamiert hat. Ein Mädchen wollte etwas über ein bestimmtes Sternenbild wissen und ich – die überstolze große Schwester – habe mich natürlich sofort in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gedrängelt und weiterlesen »
“Kinder spielerisch lernen lassen”, war jahrelang ein Schlagwort der Vor- und Grundschulpädagogik.
Das führte bisweilen zu merkwürdigen Auswüchsen – in Berlin etwa lehrt man Einjährige Englisch sprechen; aber die meisten Eltern waren es zufrieden, wenn ihre Jüngsten mit Lego spielten, das schult das plastische Vorstellungsvermögen.
Kinder müssen für eine Sache begeistert werden – sonst hegen sie daran kaum Interesse. Wie aber begeistert man Kinder? Die Antwort ist recht einfach: Durch Wettbewerb. In einem Alter, in dem man täglich, wöchentlich Neues lernt, dienen Wettbewerbe der eigenen Versicherung des Gelernten; in diesem Sinn haben sie also durchaus einen pädagogischen Zweck. Es geht weniger um Konkurrenz, als um die Möglichkeit, seine Fähigkeiten in einem bestimmten Rahmen auszuprobieren. Ob sie gewinnen oder verlieren, ist für (kleine!) Kinder gar nicht mal entscheidend – und sollte von den Eltern auch auf keinen Fall in den Vordergrund gestellt werden. Der für das Kind entscheidende Punkt ist, dass ein Wettbewerbsspiel eine “reale” Situation simuliert, in deren Rahmen es sich bewähren muss.
Eine Möglichkeit, Kinder spielerisch zu fördern, sind Quizspiele. Darin wird nicht nur Wissen abgefragt (das ja bei Kleinkindern notwendigerweise noch nicht sonderlich ausgeprägt sein kann), sondern auch schlicht Neugierde geweckt – wo leben die Eisbären? Wie heißt die Hauptstadt von Deutschland? Wie funktioniert eine Ampel? In diesem Sinn sind Quizfragen sicher eine gute Möglichkeit, mit den Kindern gleichzeitig zu spielen und zu lernen. Es müssen ja keine komplizierten Sachverhalte (geschweige denn: Sprachen) behandelt werden – und, ganz wichtig: Eine Belohnung sollte es auf jeden Fall geben! Zeigen Sie Ihrem Kind, das Lernen Spaß machen kann! Unterhalten Sie sich mit ihm über Fragen, die es wirklich interessieren – und “diktieren” Sie ihm nicht, was es zu wissen hat. Damit kommt man nicht weit.
Es war einmal die Lernmittelfreiheit, …
… aber sie gehört schon lange ins Reich der Märchen. In den skandinavischen Ländern wird übrigens jeder Bleistift, den ein Schüler oder Student braucht, vom Staat erstattet – optimale, chancengleiche Bildungspolitik.
Wer aber in Deutschland die Schule besucht oder studiert, auf den kommen hohe finanzielle Umkosten zu. Früher halfen Schulbuchbasare; aber inzwischen verändern die Schulbuchverlage ihre Bücher mit jeder Auflage so umfassend, dass es kaum mehr möglich ist, mit demselben Buch in verschiedenen Auflagen den Unterricht zu gestalten: Aufgabe 11 auf Seite 7 ist in der nächsten Auflage schon Nr. 3 auf Seite 29, und anschließend … und so weiter. Zu Recht frustrierte Lehrer bestehen darum oftmals auf einer einheitlichen Auflage für die ganze Klasse. Das ist, auch wenn es mitunter teuer werden kann, vernünftig. Manch ein Guerilla-Lehrer lässt natürlich auch gar kein Buch mehr anschaffen und kopiert oder diktiert Aufgaben – aber soviel Widerstand ist bei vielen Pädagogen, die ein Dutzend Klassen gleichzeitig unterrichten müssen, ein bisschen viel verlangt.
Wie kann ich trotzdem Geld sparen?
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Du trotzdem exorbitante Kosten bei der Anschaffung Deiner Schulbücher vermeiden kannst: Entweder stürzt Du Dich ins unübersichtliche Dickicht der Internet-Tauschbörsen und -buchhändler. Das kostet zwar etwas Zeit, aber oft genug findet man nach einer Weile interessante Angebote. Oder – bzw., und/oder – Du informierst Dich mal über Bezuschussung. Schülerbegabtenförderung dürfen nämlich wesentlich mehr Leute beantragen, als sich dessen bewusst sind. In der Verwaltung Deiner Schule muss es jemanden geben, der sich mit den Förderungsprogrammen auskennt. Die Bewerbungen sind meist halbwegs einfach; anschließend verlangt man von Dir eine Aufstellung der Summen, die Du für Lernmittel ausgeben musst – und im besten Fall springt eine monatliche Förderung für Dich heraus. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich zu erkundigen! Schon ein solider 2er-Schüler hat gute Chancen.