Schulnoten abzuschaffen wäre für viele Schüler ein wahrer Segen, aber stellt es wirklich eine sinnvolle Maßnahme dar? Um die miserablen Pisa-Ergebnisse deutscher Schulen aufzuwerten, fordern mittlerweile sogar einige Professoren die Abschaffung der Schulnoten und ein radikales Absenken des Leistungsniveaus.

Schulnoten können unterschiedliche Wirkungen haben. Schüler, die sich nicht allzu schwer tun, freuen sich über die Belohnung, die sie durch die Benotung einer Arbeit bekommen. Andere wiederum bekommen regelrecht Schweißausbrüche oder sind einfach nur zu faul zum Lernen, so dass die Benotung seitens der Lehrer schlecht ausfällt. weiterlesen »
Seit einigen Jahren schon ist die Zukunftswerkstatt als Methode der Erwachsenenbildung ein erprobtes Werkzeug, jedoch im Bereich der Veranstaltung von Jugendseminaren wird es bis jetzt nur wenig genutzt. Dabei findet bei einem solchen Seminar oft in den meisten Fällen ein motivierender und kommunikativer Prozess statt, bei dem Jeder als Gewinner herausgeht.
In den ein- oder mehrtägigen Zukunftswerkstätten sollen Diejenigen zu Wort kommen, welche sonst nicht die Chance dazu haben. Beschwerden und Anregungen werden nicht nur angehört sondern auch aktiv besprochen und überlegt wie man sie umsetzen kann – was sinnvoll ist und was für die Umsetzung benötigt wird. Auf diesem Wege finden zum Beispiel Bürgerbeteiligungen statt.
Zukunftswerkstätten entstanden dort, wo Menschen mit lokalen Institutionen oder umweltzerstörenden Produktionsprozessen nicht einverstanden waren und sie betreffende Probleme gemeinsam lösen wollten. Die Entscheidungen über die Zukunft sollten nicht länger allein in den Händen von Planern und Politikern liegen, sondern Betroffene sollten ein Instrument bekommen, mit dem sie selbst eigene Konzepte einer lebenswerten, ökologischen und friedlichen Zukunft entwickeln konnten.
Im Rahmen der Jugendlichenbildung wäre ein solches Seminar an Schulen denkbar oder in der Vermittlung von familiären Problemen. Jugendliche werden, wenn überhaupt, als letzte nach ihrer Meinung gefragt und haben selten die Chance an einer Problembehandlung kreativ mitzuwirken. Mit Hilfe verbaler und visueller Kommunikationsformen, sowie eine Reihe von ganzheitlichen Methoden könnten Teilnehmer/innen sich ihrer Ideen, Probleme, Wünsche und Konzepte bewusst werden und diese formulieren.
Eine Zukunftswerkstatt kann so als Katalysator oder Hilfsmittel verstanden werden um neue kreative Ideen für bestehende Probleme zu entwickeln. Qualifizierte Moderatoren leiten dabei an und fördern den Kommunikationsprozess.
Einig sind wir uns ja eigentlich alle: Noten im Rahmen von 1 bis 6 können keine authentische Wiederspiegelung von echten Leistungen der Schüler sein. Und sollten es ja auch nicht! Daher gibt es ja jetzt Beurteilungen, Kopfnoten und ein generelles Fragezeichen auf den Gesichtern vieler Eltern, die die ,,neuen” Zeugnisse nicht verstehen.
Deutsche Sprache, schwere Sprache. Wissen wir. Aber mittlerweile sind auch die Zeugnisse unverständlich geworden. Es gibt keine feste Regelung, kein Regelbuch, welches uns die komplizierten Sätze übersetzt, die der Lehrer da formuliert, um blümerant etwas anzudeuten, was kein Mensch versteht.
Was, zum Beispiel, bedeutet denn, er bemühte sich? Reicht bemühen? Oder ist das eine Beschönigung für unzureichende Leistungen?
Das Problem ist, dass Lehrer oftmals diese Erklärungen als Kommunikationsmittel mit den Eltern benutzen. Das Zeugnis ist dann also das Papier, auf dem man vermerkt, was man vom Schüler gern mehr hätte. Mehr Fleiß, mehr Pünktlichkeit oder dass er endlich einmal sauber und ohne Tintenkleckse schreibt. Doch es ist wichtig, diese Dinge klar und deutlich auszusprechen und sie nicht in schüchterne, verschachtelte Sätze zu verstecken, weil man niemanden auf den Schlips treten möchte. Helfen tut das keinem. Und verstehen eben ja auch nicht.
Aber genauso wichtig ist es, die Stärken hervor zu heben. Nicht nur, um das Kind zu loben, sondern, um dem Zeugnis die Chance zu geben, ein tatsächliches Bild wiederzugeben. Und nicht nur den kläglichen Versuch davon. Das Ganze in einer leicht verdaulichen Sprache und das neue Konzept kann funktionieren.
Zeugnis-Noten können durchaus krank machen, wenn der Druck zu hoch ist.
Meine Tante ist selber Lehrerin und seit langem eine Gegnerin von Noten. ,,Man könne die Leistungen nicht in Zahlen quetschen.” Und: ,,Man kann Kinder nicht anhand dieser stupiden Einteilung bewerten.” weiterlesen »
Im zurückliegenden Beitrag auf dieser Seite ging es unter anderem um die Dialogbereitschaft der deutschen Lehrer. Wie sich jetzt anhand eines schon länger andauernden Rechtsstreites ersehen lässt, sind einzelne Lehrkörper nicht bereit, auf neue Dialogformen einzugehen.Eine Lehrerin hatte gegen die Internetplattform „Spick mich“ geklagt, weil sie in der Benotung der eigenen Person und Arbeit durch Schüler eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte sieht. Auf der Internetseite haben Schüler die Möglichkeit, die Lehrer entsprechend ihrer Unterrichtsgestaltung und ihres Auftretens zu benoten. Da dies auf einer sachlichen Basis funktioniert, die zum Teil mit sehr schlüssigen Argumenten belegt wird, ist die Klage der Lehrerin aus meinen Augen kaum nachvollziehbar. Das sie aber auf die Kritiken an ihrer Person reagiert haben muss wird anhand der Tatsache sichtbar, dass sie ihre Durchschnittsbenotung von 4,3 auf 2,9 steigern konnte.
Natürlich unterliegt die Plattform ähnlich wie andere Bewertungsportale einer gewissen Manipulation, wo sich Lehrer gegenseitig bessere Noten geben, aber dank einer immer größeren Schar von benotenden Schüler verliert dieser Faktor zusehends an Aussagekraft. Erstaunlich ist ebenfalls die Gesamtdurchschnittsnote von 2,7 – die doch von einer gewissen Sympathie zeugt. Ich persönlich hätte gedacht, dass die Note um mindestens 1 bis 1,5 Notenpunkte niedriger liegt.
Fakt ist aber, man könnte eine solche Plattform, wenn sie sinnvoll und seriös geführt wird, sehr gut zur Kommunikation nutzen. Der Lehrer erhält ein Feedback für seine Arbeit und kann gegebenenfalls auf die einzelne Kritikpunkte eingehen. Dem Schüler bleibt ein klärendes Gespräch beim Lehrer erspart und muss sich zudem nicht zu erkennen geben. Durch die Themenvielfalt auf dieser Seite ist zudem eine Kommunikationsplattform ähnlich wie Studivz oder Schülervz entstanden, wo sich Schüler gegenseitig helfen, Erfahrungen austauschen und sich über interessante Themen unterhalten können.
Kein schlechter Anfang für das Dialogisieren im Zeitalter des Internets.