In den sogenannten ,,Dreiecksländern” greift ein neues, irgendwie unbekanntes, System um sich: Der gemeinsame Unterricht mit den Kindern aus den Nachbarsländern Tschechien und Polen.
,,Schulen brauchen Gestaltungsräume, keine Vorgaben” so ein Pädagoge, dem ich nur zustimmen kann. Unsere Bildungspolitik stottert herum und wühlt sich haareraufend durch eine schlechte Reform nach der anderen, die Schule ist ein hartes Brot geworden, welches mittlerweile krustig und abgestanden schmeckt. Hier ist das anderes. Anstatt Stundenpläne gibt es Wochenpläne und Lehrer sind jetzt Lernbegleiter. Alles ist freier, ungezwungener und – effektiver. weiterlesen »
Da ich im letzten Artikel schon auf Schulabgänger eingegangen bin, greife ich das Topic heute einfach nochmal auf. Denn um die Situation der arbeitslosen Schulabsolventen in den Griff zu bekommen, wurde eine Maßnahmen-Politik veranstaltet, die mittlerweile als hilflose Beschäftigungstherapie dient.
Abschluss in der Tasche und keine Ausbildung in Sicht: leider oftmals traurige Realität. Besonders Hauptschüler haben große Probleme, eine Ausbildungsstelle zu finden und wissen einfach nicht, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen sollen.
Daher die Idee der schulischen Maßnahme: Das sind Einrichtungen, die ein Jahr andauern und ähnlich einer Schule funktionieren. Man geht morgens hin, hat Unterricht (Englisch, Mathematik, Sport, etc. ) und lernt ein paar grundlegende Dinge.
Quasi das Ein-Mal-Eins des Lebens. weiterlesen »
Das Magazin FOCUS-Schule plant, eine Schuldatenbank von Deutschland zu erstellen. Zu diesem Zweck erhielten in einigen Bundesländern Elternvertreter, Schüler und Lehrer Fragebögen, die über den Zustand der Schule Auskunft einholen sollen.
Was FOCUS mit der Datenbank vorhat, ist noch nicht klar. Die GEW, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, brachte das Magazin mit einem Ranking in Verbindung – und handelte sich prompt eine Unterlassungsklage ein. Offensichtlich sind die FOCUS-Macher peinlich darum bemüht, die Schuldatenbank nicht mit dem Wort “Ranking” in Verbindung zu bringen. Von Seiten der GEW wurde aber nicht klein beigegeben, sondern im Gegenteil nur noch lauter protestiert. Eine landesweite Schuldatenbank gehöre nicht in die Hände eines Politmagazins, hieß es da. Jetzt wurde auch von Seiten bayerischer Elternvertreter ein Aufruf gestartet, die FOCUS-Erhebung zu boykottieren.
Es ist ja tatsächlich fraglich: Was will FOCUS mit den Daten, wenn nicht eine neues TOP-500-Story rausbringen? Hat so ein Blatt überhaupt das Recht oder die Expertise, um Schulen zu beurteilen? Hier soll aus den teils katastrophalen Verhältnissen an deutschen Schulen Kapital geschlagen werden.
Die Vision: Hilflose Eltern wenden sich in ihrer Not an FOCUS und finden die Schule, die zu ihrem Kind am Besten passt.
Die Realität, vor allem wenn tatsächlich ein Ranking durchgeführt werden sollte: Die Schule, die am Besten abschneidet, wird hoffnungslos überlaufen.
Wirkliche Verbesserungen für die Kinder werden sich nicht bieten. Einige Schulen werden bevorzugt, andere nicht berücksichtigt. FOCUS wird um ein paar Euro reicher sein, die Bildungslandschaft Deutschland wird Integrität und Seriosität noch mehr als bisher vermissen lasssen.
Deswegen bin auch ich gegen die FOCUS-Datenbank und hoffe inständig, dass von Seiten der Kultusministerkonferenz endlich regulierende Maßnahmen getroffen werden.
Individuell, liberal, selbstständig – Ein pädagogisches Konzept, dass den Schüler in den Mittelpunkt stellt. Eine Alternative zum klassischen Frontaluntericht bietet neben der bereits vorgestellten Walldorfschule auch die Montessorischule.
Das klassische deutsche Bildungssysthem steht spätestens seit Pisa unter massiver Kritik. Alternative Schulsystheme gewinnen dadurch an Attraktivität. Dennoch klingen Begriffe, wie kosmische Erziehung, vorbereitende Umgebung und geistige Autonomie befremdlich. Dass aber dahinter ein interessanter pädagogischer Ansatz steht, der seinen Schwerpunkt auf die Förderung individueller Interessen der Schüler legt, blieb leider bislang weitgehend unbekannt.
Der Schüler hat die Freiheit selbst zu entscheiden zu welchem Zeitpunkt er sich wie lange mit welchem Thema auseinandersetzen möchte. Alle nötigen Materialien stehen ihm dazu jeder Zeit zur Verfügung. Die Arbeismaterialien sind nach Montessori-Art auf alle Sinne des Kindes ausgerichtet, so soll das Be-greifen durch tatsächliches Ertasten erleichert werden. Auf Benotung, Bestrafung, aber auch Belonung wird weitestgehend verzichtet. Die Lehrer stehen den Schülern begleitend zu Seite und versuchen ihre Interessen zu erkennen und zu fördern.
Begründet wurde die Montessoripädagogik 1906 von der Italienerin Maria Montessori. Sie entwikelte ihre Theorie an Hand ihrer Arbeit mit angeblich lernbehinderten Kindern. Dabei stellte sie fest, dass die Lernbehinderung in einem Mangel an Förderung bestand, der durch ihre pädagogischen Methoden behoben werden konnte. Die Montessori-Methoden eignen sich tatsächlich auch sehr gut zur Förderung geistig behinderter Menschen.
Der künstlerische Bereich steht in der Montessori-Schule leider hinten an, ganz im Gegensatz zur Waldorfschule. Zudem ist fragwürdig ob die Schüler nach ihrer Schulzeit unserer leistungsorientierten Gesellschaft gewachsen sind. In jedem Fall bleibt es ein sehr interessantes Konzept, dass mehr Beachtung verdient.
Für Eltern stellt sich gerade in den jungen Jahren der Kinder die Frage, welche Schulform am geeignetsten wäre, um die ideale Bildung des Kindes zu ermöglichen. In Deutschland existieren dabei ganz unterschiedliche Formate mit erheblich ungleichen Ansätzen.
Das Image der Waldorf-Schule ist inzwischen vollkommen verstaubt und erzeugt bei vielen Menschen noch immer das Bild vom zurückgebliebenen Naturmenschen. Wesentliches Merkmal der Waldorf-Schule ist die Entwicklung des Menschen anstatt bloßer Wissensvermittlung. Dabei wird auf ein Notensystem, auf Lehrbücher sowie das Sitzenbleiben verzichtet, stattdessen werden die Schüler über einen längeren Entwicklungszeitraum von einer Bezugsperson begleitet. Neben den intellektuellen Ansprüchen sollen auch handwerkliche und künstlichere Talente gefördert werden.
Die Kosten richten sich nach dem Einkommen der Eltern, die dadurch auch erheblichen Einfluss auf die Bildung besitzen. Die meisten Waldorf-Schulen sind aus Eltern-Initiativen entstanden, die mit der klassischen Schulbildung unzufrieden waren, weshalb die Organisation in den Händen eines Lehrer- und Elternkollegium gelegt wird.
Durch Vorgaben der jeweiligen Bundesländer kann ein jeder Schulabschluss auf der Waldorf-Schule abgelegt werden. Nachteil der Schule ist aber das Studium im Anschluss an die Schulzeit, weil dort auf das Wissen der regulären Schulzeit zurückgegriffen wird, welches aber nur in Teilen an den Waldorf-Schulen vermittelt wird.
Die Philosophie der Waldorf-Schule beruht auf den Anthroposophen Rudolf Steiner, der die erste Waldorf-Schule im Jahr 1919 in der Nähe von Stuttgart eröffnete und den allseits üblichen Effizienzdruck, Konsumdiktat und Medienpenetranz entgegen wirken wollte. Der hier ausgebildete Mensch soll ein wohl tuender Gegenentwurf zur existierenden Gesellschaft bilden.